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Die neustark-Mitgründer Valentin Gutknecht und Johannes Tiefenthaler stehen nebeneinander vor neutralem Hintergrund und tragen graue T-Shirts mit dem neustark-Logo.
Die neustark-Mitgründer Valentin Gutknecht und Johannes Tiefenthaler stehen nebeneinander vor neutralem Hintergrund und tragen graue T-Shirts mit dem neustark-Logo.

Sie wollen den nachfolgenden Generationen eine bessere Zukunft ermöglichen: Die neustark-Mitgründer Valentin Gutknecht (links) und Johannes Tiefenthaler. Bilder: PD

Sustainable Start-up

Weg zu Netto-Null: neustark entfernt CO₂ aus der Atmosphäre

Junge Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer gestalten den Wandel – mit kreativen Lösungen für eine nachhaltigere Zukunft. In der Serie «Sustainable Startups» porträtieren wir innovative Geschäftsideen, beleuchten ihren nachhaltigen Impact und geben Einblick in die Visionen der Gründerinnen und Gründer.

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Weg zu Netto-Null: neustark entfernt CO₂ aus der Atmosphäre

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Die Geschäftsidee

«Wir haben eine Lösung entwickelt und ausgerollt, die CO₂ in mineralischen Abfallströmen wie beispielsweise Abbruchbeton oder Schlacken mineralisiert. So wird es dauerhaft gespeichert und der Atmosphäre entzogen. Wir arbeiten mit Biogasanlagen zusammen, um CO₂ abzuscheiden. Um es zu speichern, kooperieren wir mit Baustoffrecyclern und Aufbereitern von mineralischen Abfällen, und wir unterstützen Unternehmen mit ehrgeizigen Klimazielen, die unsere CDR-Zertifikate erwerben.»

Die Gründerinnen und Gründer

Valentin Gutknecht (Co-CEO und Mitgründer): Hat an einer Fachhochschule Entrepreneurship studiert. Seine Karriere begann im Finanz- und Marketingbereich der SBB. Anschliessend war er am Aufbau der Marketing-, Verkaufs- und Kommunikationsabteilungen eines Schweizer Direct Air Capture Unternehmens beteiligt.

Johannes Tiefenthaler (Co-CEO und Mitgründer): Verfahrenstechniker mit Promotion an der ETH Zürich im Bereich Mineralisierungstechnologien. Mit seiner wissenschaftlichen Expertise leitet er bei neustark den technischen Bereich.

Nachhaltiger Impact

«Wir wollen dem Klimawandel konkret entgegenwirken. Dazu müssen die Treibhausgasemissionen auf Netto-Null reduziert werden – jedes Kilogramm CO₂, das in die Atmosphäre gelangt, muss dieser wieder entnommen und dauerhaft gespeichert werden. Hier kommt unsere Lösung ins Spiel: Wir helfen dabei, schwer vermeidbare Emissionen dauerhaft zu entfernen und so einen messbaren Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten.»

«Langfristig können wir jährlich hunderte Millionen Tonnen CO₂ dauerhaft entfernen.»

Innovation und Alleinstellungsmerkmal

«Wir sind die Einzigen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette arbeiten – von der Quelle über die Senke bis hin zum Zertifikat.»

Zielgruppe und Marktpotenzial

«Unsere Zielgruppen sind Betreiber von Biogasanlagen, Recycler aus der Baustoffindustrie sowie Nachhaltigkeitsverantwortliche grosser Unternehmen mit ambitionierten Netto-Null-Zielen.

Der Markt ist enorm: Der grösste mineralische Abfallstrom der Welt ist Abbruchbeton – rund eine Milliarde Tonnen fallen jährlich an, Tendenz steigend. Zählt man alle mineralischen Abfallströme zusammen, hat unsere Technologie langfristig das Potenzial, mehrere hundert Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr dauerhaft zu entfernen.

Gleichzeitig bieten aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen grosse Chancen. Es ist mittlerweile anerkannt, dass die globalen Klimaziele nur erreichbar sind, wenn rund 90 Prozent der Emissionen reduziert und die verbleibenden mit Negativemissionstechnologien wie unserer ausgeglichen werden. In Europa wächst das Verständnis, dass diese Industrie rasch skaliert werden muss – und genau hier setzen wir an.»

Eine Anlage des Schweizer Startups neustark in Biberist (SO). Bild: PD

Erfolge und Meilensteine

«Vor fünf Jahren verfügten wir über einen halbfertigen Prototyp und ein kleines Team von fünf Personen. Im September dieses Jahres haben wir unsere 40. Anlage in Betrieb genommen und beschäftigen inzwischen rund 70 Mitarbeitende. Seit der Inbetriebnahme unserer ersten Anlage Mitte 2022 sind wir in der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien vertreten. Diese Entwicklung macht uns stolz.»

Herausforderungen

«Trotz zunehmendem Verständnis in Europa bleibt das Wissen in der Öffentlichkeit sowie in Teilen der Politik und Verwaltung unzureichend, insbesondere, wenn es um die Kosten geht. Auf Netto-Null kommen wir nicht gratis – am Ende muss jemand den Mehrpreis dafür zahlen, dass CO₂ aktiv der Atmosphäre entzogen wurde. Politische Entwicklungen, wie wir sie derzeit in den USA beobachten, sind darüber hinaus keine Hilfe, um Negativemissionen in grossem Massstab zu skalieren.»

«Auf Netto-Null kommen wir nicht gratis.»

Vision und Ausblick

«In fünf bis zehn Jahren haben wir uns nicht nur in Europa etabliert, sondern auch im amerikanischen Markt. Bis zu diesem Zeitpunkt werden wir weit mehr als eine Million Tonnen CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt haben.»

Partnerschaften

«Wir stehen im stetigen Austausch mit weiteren Unternehmen aus der Branche der Negativemissionen. Unsere Wertschöpfungskette ist komplex, und an vielen Stellen sind wir auf verlässliche Partner angewiesen – etwa bei der Verflüssigung oder beim Transport von CO₂. Darüber hinaus wurden wir grosszügig unterstützt, unter anderem von Innosuisse, dem Bundesamt für Energie sowie der Stiftung Klimarappen, und durch verschiedene Förderprogramme, an denen wir teilnehmen durften.»

Dieser Artikel behandelt folgende SDGs

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung, vereinbart von den UN-Mitgliedsstaaten in der Agenda 2030. Sie decken Themen wie Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung, Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser, erneuerbare Energie, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Klimaschutz und den Schutz der Ozeane und der Biodiversität ab.

9 - Industrie, Innovation und Infrastruktur
11 - Nachhaltige Städte und Gemeinde
13 - Massnahmen zum Klimaschutz

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