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Grüne Mobilität beginnt bei der Planung der Autos

Einsatz von Augmented Reality bei der Entwicklung von BMW-Prototypen. Foto: PD

Klima & Energie Partner Inhalt: BMW

Grüne Mobilität beginnt bei der Planung der Autos

Elektrofahrzeuge stossen zwar kein CO₂ aus, aber wirklich ökologisch sind sie nur, wenn frühzeitig die richtigen Massnahmen greifen: Schon Entwicklung und Produktion müssen nachhaltig konzipiert sein, wie der Autohersteller BMW zeigt.

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Bloss weil in einem modernen Auto eine Batterie verbaut ist, die mit Strom geladen werden kann, lässt sich noch nicht ohne weiteres von nachhaltiger Mobilität sprechen. Es gilt, einen gesamtheitlichen Ansatz zu verfolgen und den gesamten Lebenszyklus eines Elektrofahrzeug – von der Entwicklung über die Produktion bis zum Betrieb und dem anschliessenden Recycling – im Auge zu behalten. Der deutsche Automobilkonzern BMW hat das frühzeitig erkannt und beispielsweise bereits 2006 konsequent damit begonnen, die in der Fahrzeugproduktion verursachten CO₂-Emissionen bis heute um mehr als 70 Prozent zu reduzieren.

Der Anspruch ist nichts weniger, als die Automobilproduktion aus einer gesamtheitlichen Perspektive zu betrachten und neu zu erfinden.

Sämtliche Werke des internationalen Produktionsnetzwerks arbeiten seit 2021 in der Bilanz CO₂-neutral. Gleichzeitig wurden auch Wasserverbrauch und Abfallaufkommen kontinuierlich gesenkt. So fielen im Jahr 2021 im niederbayerischen Dingolfing, dem grössten europäischen Werk der BMW Group, für jedes gefertigte Fahrzeug nur noch rund 580 Gramm Restmüll an. Diesen Frühling präsentierte das Unternehmen zudem ein revolutionäres Projekt für die ökologische Zukunft der Autoherstellung: In der sogenannten iFACTORY werden Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Abfallvermeidung weiter optimiert. Musterbeispiel für diese konsequent auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft ausgerichtete Fertigungstechnologie soll ein neues Werk im Nordwesten der ungarischen Stadt Debrecen werden, in dem ab dem Jahr 2025 die vollelektrischen BMW-Modelle der «Neuen Klasse» entstehen.

«Lean», «Green» und «Digital»

Der Anspruch ist nichts weniger, als die Automobilproduktion aus einer gesamtheitlichen Perspektive zu betrachten und neu zu erfinden. Damit will der Konzern in der Branche eine führende Rolle einnehmen, wenn es um Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit geht. «Das ist unser Masterplan für die Produktion der Zukunft», erklärt Milan Nedeljkovic, Vorstand Produktion der BMW AG. «Lean», «Green» und «Digital» soll die Autofabrik von morgen sein.

In diesem Zusammenhang ist «Lean» eine neue, effiziente, präzise und hochflexible Produktionsmethode, die für wettbewerbsfähigere Strukturen sorgt. «Green» sind neueste ressourcenschonende und zirkuläre Technologien. «Wir planen mit unserem Werk in Debrecen die weltweit erste Autofabrik, die bei ihren Produktionsprozessen vollständig auf den Einsatz fossiler Energieträger verzichtet», sagt Milan Nedeljkovic. «Es wird unser erstes CO₂-frei betriebenes Fahrzeugwerk. Damit sind wir klarer Vorreiter.» Schliesslich werden unter dem Sammelbegriff «Digital» Innovationen aus den Bereichen Virtualisierung, künstliche Intelligenz und Data Science vernetzt, womit die BMW Group eine sehr effektive Form der digitalen Prozessgestaltung erreichen will.

Ambitionierte Kreislaufwirtschaft

Die iFACTORY mag noch wohlklingende, aber gleichzeitig wohlgeplante Zukunftsmusik sein, aber schon heute beschäftigen sich die Entwickler und Ingenieure des Unternehmens intensiv mit der Frage, wie die Idee der Kreislaufwirtschaft für eine möglichst nachhaltige Automobilherstellung genutzt werden kann. Für Stahl und Aluminium etwa wurden zwischen den Produktionsstandorten und den Lieferanten geschlossene Kreisläufe etabliert. Dadurch gelangen rund 70 Prozent der Stahlabfälle aus den Presswerken und der Aluminiumreste auf einem «closed loop» in die Wiederverwendung. Und schon die Entwürfe der Hunderten von Fahrzeugkomponenten werden je länger, je mehr nach den Prinzipien des zirkulären Designs gedacht und entwickelt. Dies bedeutet vor allem, die Materialvielfalt zu reduzieren. Ein gutes Beispiel dafür ist der Sitz in einem Auto. Heute werden der Bezug und der darunterliegende Schaumstoff aus unterschiedlichen Werkstoffen gefertigt. Diese lassen sich weder einfach trennen noch gemeinsam zu einem brauchbaren Material recyceln. Dabei spielen auch die verschiedenen Verbindungen zwischen den Materialien wie Kleber oder Garn eine Rolle.

Foto: PD

Die BMW Group sichert sich CO₂-reduzierten Stahl für das weltweite Produktionsnetzwerk.

Pilotprojekt mit BASF und Alba

Sinkt die Vielfalt, erhöht sich gleichzeitig die Qualität des Materials, das nach der Wiederverwertung entsteht – was wiederum das Recycling dieser Stoffe attraktiver und für die Industrie wiederverwertbar macht. In einem Pilotprojekt mit BASF und der Alba Group erforscht BMW Möglichkeiten, um Sekundärmaterialien aus Kunststoff in chemischen Prozessen für die Industrie wiederverwertbar zu machen, was heute teilweise durch die feste Verbindung der Stoffe noch nicht möglich ist.

Wiederverwerte Materialien reduzieren die CO₂-Emissionen im Vergleich zu Primärmaterialien markant: um 75 bis 83 Prozent bei Aluminium, um 50 bis 80 Prozent bei Stahl und um 50 bis 80 Prozent bei Thermoplasten. Trotz der offensichtlichen Vorteile muss diese Form der ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft noch weiterentwickelt werden. Die BMW Group leistet auch hier Pionierarbeit und hat schon vor längerer Zeit Massnahmen in die Wege geleitet, um den Anteil von wiederverwerteten Materialien signifikant zu erhöhen. In der Automobilproduktion verwendet das Unternehmen jetzt schon rund 25 Prozent sekundären Stahl, bis zu 50 Prozent wiederverwertetes Aluminium sowie 20 Prozent recycelte Kunststoffe. Dies sind effiziente Massnahmen, um die CO₂-Emissionen in der Lieferkette zu senken. Denn gleichzeitig wird so der Bedarf an primären Rohstoffen verringert – etwa Rohöl für Kunststoffe. Kluges Recycling leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und der Bewahrung natürlicher Ressourcen. So wie sich die Räder eines Elektroautos im Kreis drehen, um seine Insassen voranzubringen, ist die Kreislaufwirtschaft bei BMW gewissermassen der runde Schlüssel zu einer Fahrzeugproduktion, die von der ersten Skizze eines neuen Modells bis zu seiner Wiederverwertung am Nutzungsende den höchstmöglichen Ansprüchen an eine nachhaltige Industrie gerecht wird.

BMW

Der nachhaltigste Premiumhersteller für individuelle Mobilität zu sein – das ist der Anspruch der BMW Group. Das Unternehmen verfolgt die Vision einer Circular Economy und ist als erster deutscher Automobilhersteller der Business Ambition for 1,5 °C der Science Based Targets initiative (SBTi) beigetreten. Die BMW Group ist der weltweit führende Premiumhersteller von Automobilen und Motorrädern.

Deklaration: Dieser Inhalt wurde vom Sustainable Switzerland Editorial Team im Auftrag von BMW erstellt.

Dieser Artikel behandelt folgende SDGs

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung, vereinbart von den UN-Mitgliedsstaaten in der Agenda 2030. Sie decken Themen wie Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung, Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser, erneuerbare Energie, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Klimaschutz und den Schutz der Ozeane und der Biodiversität ab.

7 - Bezahlbare und saubere Energie

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