News - Editorial Team

Fünf Schweizer Startups für ihr Klimaschutz-Engagement ausgezeichnet

Swisscom sucht mit ihrer StartUp Challenge Jungunternehmen, die mit ihren Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen. Gewonnen haben Almer Technologies , ECCO2 Solutions, mobileup, SmartHelio und Swiss Vault.

Die Gewinner der StartUp Challenge profitieren nun von einer massgeschneiderten Exploration Week mit Swisscom und Venturelab. Bild: PD

19. September 2022

Die zehnte Swisscom StartUp Challenge stand ganz im Zeichen von Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Über 200 Jungunternehmen aus 30 Ländern haben sich dieses Jahr für das Förderprogramm beworben. In der ersten Runde wählte eine Expertenjury bis Anfang August 2022 zehn Finalistinnen. Ihre Gemeinsamkeit: Alle ihre Innovationen tragen zur Reduktion von Treibhausgasen bei. Wobei das Lösungsspektrum breit ist und von IoT-Anwendungen, über Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie bis zu Plattformen für Kreislaufwirtschaft reicht.

Anfang September 2022 hat die zehnköpfige Jury mit Vertreter:innen von Fastweb, ETH Zürich, South Pole und Swisscom die fünf Gewinnerinnen gewählt. Um im Finale zu punkten, mussten die Startups aber nicht nur smarte, nachhaltige Lösungen und ein überzeugendes Geschäftsmodell vorlegen, sondern auch Teamgeist und Entschlossenheit demonstrieren. Besonders begeistert war das Fachgremium von Almer Technologies, ECCO2 Solutions, mobileup, SmartHelio und Swiss Vault aus den Regionen Basel, Bern und der Romandie.

Die fünf Gewinnerinnen sicherten sich die Teilnahme ein einem einwöchigen Exploration Programm mit Nachhaltigkeits- und ICT-Experten von Swisscom und den Zugang zum Swisscom-Ökosystem. Neben Workshops, Coaching, einem Netzwerk von Klimaschutz- und Energieeffizienz-Unternehmern und Venture-Kapitalisten haben die Gewinnerinnen auch die Chance auf eine Partnerschaft mit Swisscom. Denn Swisscom will bis 2025 Swisscom zusätzlich zu ihrem Klimaneutral-Ziel eine Million Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, indem sie Privat- und Geschäftskunden innovative ICT-Lösungen bietet, mit denen sie ihren CO2-Fussabdruck massiv verkleinern können.

Kurzporträts der Gewinnerinnen

Almer Technologies konzentriert sich darauf, High-Tech-Brillen mit Augmented Reality mit in der Schweiz hergestellter Hardware/Software für Unternehmen bereitzustellen und bietet seinen Service auf der ganzen Welt an. Ihr Service bietet mehrere Problemlösungen: Die Reisezeit, die ein Experte zu einer ausländischen Niederlassung aufwenden muss, fällt weg, keine Transportkosten und die Verringerung des ökologischen Fussabdrucks des Unternehmens.

ECCO2 senkt mit einer datenbasierten IoT/AI-Lösung den Heizenergieverbrauch in Gebäuden um durchschnittlich 15 Prozent und stellt ESG-relevante Gebäudedaten zusammen. Immobilieneigentümer sind durch einen hohen Energieverbrauch herausgefordert. Energiekosten, gesetzliche Verpflichtungen und sozialer Druck sind ein echtes Ärgernis. Energieeffizienz wirkt sich auf den Marktwert für Mieter und Investoren aus. Die ECCO2-Lösung ist schnell, erschwinglich, kann überall eingesetzt werden und wird von der Schweizer Regierung subventioniert.

mobileup ist eine Plattform für den An- und Verkauf von gebrauchten Smartphones und Tablets. Alle Geräte werden mit einer 12-monatigen Garantie und einem 30-tägigen Rückgaberecht verkauft. Der Preis und die Produktpalette sind die wichtigsten Kriterien für die Kunden. Daher hat mobileup APIs für die größten europäischen Anbieter eingerichtet. Ein Algorithmus ermittelt die Geräte mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis und hilft somit, das Angebot mit der Nachfrage abzustimmen.

SmartHelio ist das am schnellsten wachsende Cleantech Data Intelligence Unternehmen der Welt. Die Lösung des Unternehmens, das von Bcorp und Y Combinator gegründet wurde, wird von führenden Solarentwicklern in Europa, Asien und den USA eingesetzt, um Solaranlagen rentabel und nachhaltig zu machen. Nach Investitionen von 15 Mio. USD in Forschung und Entwicklung hat SmartHelio eine Software entwickelt, die Fehler in PV-Anlagen in Echtzeit vorhersagt. Damit lassen sich Ausfallzeiten vermeiden und der Umsatz um bis zu 10 Prozent steigern.

Swiss Vault ist ein Unternehmen für Dateninnovation, das der Welt hilft, ihre Daten effizient und umweltschonend zu verwalten. Swiss Vault versorgt Unternehmen mit Technologien, die Hardware- und Softwarelösungen für ein besseres, wirtschaftliches, belastbares und umweltverträgliches Datenmanagement verbinden.

Zehnte Swisscom StartUp Challenge: Gescheitert, gesiegt, an Apple verkauft

«Wir probten mit ihnen bis tief in die Nacht bevor am nächsten Tag die Gewinner der ersten StartUp Challenge ihre Business Cases vor den grossen Venture Capitalists im Silicon Valley pitchten», erinnert sich Stefan Kuentz, Mitgründer der Swisscom Startup Challenge. Das war 2013. Seither hat sich für die knapp 40 Gewinnerinnen des Förderprogramms mit dem Besuch im Silicon Valley eine neue Welt eröffnet. «Wir waren schon seit 1998 mit unserem Outpost in Palo Alto und wollten etwas von dem kalifornischen Unternehmergeist in die Schweizer Startup-Landschaft bringen und natürlich auch Kandidaten für ein Investment von Swisscom Ventures finden», so Roger Wüthrich-Hasenböhler, der die Initiative 2013 zusammen mit Stefan Kuentz, Urs Stender (heute Blue Lion) und Beat Schillig von Venturelab startete.

Seither haben sich in zehn Jahren rund 2'000 Startups für die Challenge beworben, 45 das Förderprogramm absolviert. Knapp 100 Jungunternehmer*innen reisten in den Swisscom Outpost und pitchten ihre Business Cases vor grossen Venture Capitalists und Internet-Giganten. Darunter Startups wie Ava (2015), Creal (2019), Ecorobotix (2017), Geosatis (2014), Gmelius (2019) oder Nanolive (2016). In sie alle investierte auch Swisscom Ventures, ein Bereich von Swisscom. Sechs der Gewinner-Startups haben ihr Unternehmen inzwischen verkauft: Beispielsweise das Regtech-Startup Qumram (2016) an Dynatrade oder die intelligente Bilderkennung Fashwell (2016) an Apple.

Einige der Swisscom Startup-Challenge-Alumni rangieren heute unter den Top 100 Jungunternehmen der Schweiz. 4 der 45 mussten ihre unternehmerische Reise leider bereits abbrechen. «Im Vergleich zu den Statistiken in den USA ist die Misserfolgsquote in der Hall of Fame der Swisscom Startup Challenge viel kleiner», erklärt Beat Schillig von Venturelab. «Entweder war also die Selektion sehr gut oder wir nehmen in der Schweiz weniger Risiko als Startups im Silicon Valley und verfügen noch über viel brachliegendes Innovationspotenzial. Denn wer mehr wagt, kann auch mehr gewinnen!»

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