Gab es eine Erfahrung, das ihn besonders geprägt hat – und die er auch an andere weitergeben würde? «Mit dem Blick auf die letzten fünf Jahre habe ich gelernt, dass sich Zeiten und Märkte sehr schnell verändern können», sagt Vida. Die Lebensmittelbranche gelte zwar oft als beständig, doch gerade in den letzten Jahren habe Nachhaltigkeit deutlich Gegenwind erfahren. «Für uns war das eine wichtige Erkenntnis: Nachhaltigkeit allein ist kein Alleinstellungsmerkmal, sondern eine Grundvoraussetzung, die wirtschaftlich tragfähig umgesetzt werden muss.» Nachhaltige, lokale und transparente Produkte seien nur dann langfristig erfolgreich, wenn sie zu gleichen Kosten wie konventionelle Alternativen hergestellt werden könnten.
Was die Zukunft angeht, möchte Vincent Vida seine Technologie an verschiedenen Brauereistandorten auf mehreren Kontinenten etablieren. Ziel ist es, ein dezentrales, nachhaltiges Lebensmittel-Upcycling zu ermöglichen, das direkt vor Ort Proteine und Ballaststoffe aus Biertreber gewinnt und sie in den jeweiligen Märkten wieder in den Lebensmittelkreislauf zurückführt. «So können wir regionale Wertschöpfung schaffen und gleichzeitig einen Beitrag zur globalen Ernährung leisten», so Vida.
Ein weiterer Schwerpunkt werde das Thema Energie sein, berichtet der Jungunternehmer. Upgrain werde künftig noch stärker auf die Energierückgewinnung und eine eigene thermische Energieproduktion in den Brauereien setzen. Vincent Vida: «Wir sehen hier eine grosse Chance, Upcycling und Energieeffizienz zu verbinden und damit nicht nur Rohstoffe, sondern auch Energie nachhaltig nutzbar zu machen.»