Der Feind schwimmt auf Schleimblasen
Abgesehen vom blauen Schimmer, mit dem die Qualle die Touristen begeistert, oder vom Gestank, mit dem sie sie fernhält, erfüllt Velella velella eine wichtige ökologische Funktion. Das hat eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern um Bruno Morello herausgefunden, Professor an der Universität von Bologna.
Die Segelqualle ist laut der Studie aus dem Jahr 2023 eine wichtige Nahrungsquelle etwa für eine Schneckenart. Diese hält sich oft in der Nähe der Quallen auf und treibt, auf Schleimblasen schwimmend, mit den Quallen mit – und frisst diese. Auch grössere Meerestiere wie Fische verspeisen Velella Velella.
Für die Studie wurden im Frühjahr 2016 und 2017 genetische Analysen der Segelqualle und der Schnecke an zehn Standorten in Italien, im Ligurischen und im Tyrrhenischen Meer, durchgeführt.
Vermehrtes Auftreten wegen Klimawandel
Segelquallen gelten laut den Forschern zudem als Indikator für Veränderungen aufgrund des Klimawandels: Je wärmer das Wasser, desto stärker verbreiten sie sich. Und sie weisen auf veränderte Strömungen hin, wenn sie an die Küsten geschwemmt werden.
Darum treten die Quallenkolonien vermehrt in der Mittelmeerregion auf, wo das Wasser wegen des Klimawandels immer wärmer wird. Auch die Überfischung der natürlichen Fressfeinde könnte eine Rolle spielen, da sie das ökologische Gleichgewicht zugunsten der Quallen verschiebt. Hinzu kommt die Verschmutzung der Meere, etwa durch Dünger. Dieser reichert das Ökosystem mit Nährstoffen an, wodurch etwa mehr Plankton entsteht, das die Quallen wiederum fressen.
Blauen Stränden und faulem Duft dürften Touristen an Stränden in Europa daher immer häufiger begegnen.