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Nachhaltigkeit beginnt beim Design

Das Thema Nachhaltigkeit hat bei der BMW Group viele Facetten. Denn der Automobilhersteller will dabei Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft in Einklang bringen. Um diesen Anspruch Wirklichkeit werden zu lassen, ist das Unternehmen auf engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen.

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Nachhaltigkeit beginnt beim Design

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Daniela Bohlinger war bereits im Designteam des BMW i3 für die nachhaltige Gestaltung des ersten rein elektrischen Modells der Marke mitverantwortlich. Als Leiterin Nachhaltigkeit der BMW Group Design war sie viele (besser wäre eine konkrete Zahl) Jahre dafür verantwortlich, die Unternehmensziele mach- und messbar in eine Designsprache zu übersetzen. Inzwischen ist sie im Bereich Innovationsmanagement der BMW Group tätig.

Im Interview erklärt Daniela Bohlinger, warum der deutsche Automobilkonzern beim Design seiner Fahrzeuge nichts weniger als eine grundlegende und revolutionäre Veränderung braucht.

Daniela Bohlinger, Sie sind seit 2002 bei der BMW Group. Bis vor kurzem waren Sie im Design tätig. Was hat Sie dazu bewegt, eine umwelt- und klimafreundliche Gestaltung zu Ihrem Schwerpunkt zu machen?

Daniela Bohlinger: «Ich habe im Bereich «Color and Trim» gearbeitet, also dort, wo es auch um die Lederausstattung der Fahrzeuge geht. Wir hatten immer sehr viel Verschnitt. Das war für mich irgendwann ethisch nicht mehr vertretbar. Also habe ich Vorschläge gemacht, wie wir das Material geschickter nutzen können. Und ich habe begonnen, mich intensiv mit Nachhaltigkeit im Design auseinanderzusetzen, vom Lieferanten bis zur Wiederverwertbarkeit des Produkts. Der BMW i3 und der i8 waren für mich daher wie Wunschkinder. Wir haben im Designteam erstmals alle Materialien hinterfragt und alles neu gedacht. Als dieses Projekt abgeschlossen war, stand ich vor der Frage: Wie schaffen wir es, alle Fahrzeuge nachhaltig zu designen? Also habe ich überlegt, wie wir die Anforderungen der Nachhaltigkeit in die Designsprache übersetzen können. Und natürlich auch, wie sich das messen lässt. Denn wir brauchen jetzt eine grundlegende, eine revolutionäre Veränderung. Weiterentwicklung allein reicht längst nicht mehr aus.»

Sie denken ganzheitlich über Nachhaltigkeit im Produktdesign nach. Leben Sie das auch privat?

Bohlinger: «Mein Leben spiegelt den ständigen Versuch, mich zwischen Fortschritt, Innovationen und Annehmlichkeiten so zu bewegen, dass ich es mit meinem Gewissen, meiner Moral vertreten kann. Das beginnt beim bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln und endet beim Verzicht auf Dinge, die ich hinterfrage. Meine Kindheit im Allgäu war auch immer geprägt von einer Klarheit und nicht von Überfluss.»

Was wollen Sie mit Ihrem Einsatz erreichen?

Bohlinger: «Unsere Fahrzeuge sind Premiumprodukte – das ist mir sehr wichtig. Wenn wir etwas tun, ist das Ergebnis hochwertig, edel, premium eben. Das muss auch so bleiben, wenn wir mit nachhaltigen Materialien arbeiten. Ich habe das Thema im Designbereich vorausgedacht, das erfüllt mich mit Stolz. Jetzt aber müssen alle die Verantwortung übernehmen. Denn die neuen Anforderungen sind hoch. Damit wir aber nicht nur kurzfristig Brände löschen, setzen wir auch hier auf Strategie und verändern die Richtlinien. Es gibt so viele Möglichkeiten: Wir können Systeme neu denken, reduzieren, substituieren und mit den Lieferanten in ganz neue nachhaltige Richtungen schauen.»

BMW - #mymotivation Daniela Bohlinger - 2021-08 - 23.jpg

Nun arbeiten Sie seit einigen Jahren an diesen Themen, die wohl nicht immer mühelos voranschreiten. Jenseits der schwäbischen Sparsamkeit: Was treibt Sie an?

Bohlinger: «Meine Motivation ist sehr intrinsisch, gleichzeitig lese, höre, sehe ich tagtäglich, wie wichtig aktiver Klimaschutz ist. Ausserdem kann ich etwas Zukunftsweisendes für das Unternehmen tun und wirklich etwas verändern. Hier, mitten in der Automobilindustrie, habe ich doch einen deutlich stärkeren Hebel, als wenn ich mich in einer NGO engagieren würde.»

Wenn Sie drei Minuten Zeit hätten, dem Vorstandsvorsitzenden der BMW AG, Oliver Zipse, von Ihrer Arbeit zu berichten, was würden Sie sagen?

Bohlinger: «Ich würde ihm aufzeigen, wie viel Energie wir heute schon in diese Veränderung stecken, wie grundlegend zentral sie ist und wie wichtig daher ausreichend Unterstützung und Budget sind. Ausserdem müssen wir uns selbst immer wieder hinterfragen: Machen wir das richtig, sind wir ehrlich und setzen wir unsere Prioritäten richtig? Klimawandel ist real.»

Was könnte diesen Erfolg bremsen?

Bohlinger: «Rentabilität versus messbare Nachhaltigkeit ist die denkbar schwierigste Herausforderung, wenn man Themen wie diese neu etablieren will. Da müssen wir Lösungen finden.»

BMW - #mymotivation Daniela Bohlinger - 2021-08 - 15.jpg

Noch mal zurück zu Ihrer intrinsischen Motivation…

Bohlinger: «Ich will mich vor meine Nichten und Neffen stellen und ehrlich sagen können: «Ja, ich arbeite in einem Automobilunternehmen und gebe dabei Vollgas für eine enkeltaugliche Welt.» Dort, wo ich einen Einfluss habe, gestalte ich die Welt nachhaltiger. Dafür muss ich aber nicht mehr alles selbst machen. Ich möchte den Menschen um mich herum das richtige Werkzeugset für mehr Nachhaltigkeit an die Hand geben. Deshalb bin ich als Lehrbeauftragte nach Umeå, Schweden, an die dortige Design-Universität eingeladen worden, um Nachhaltigkeit im Curriculum einzubauen und die aktive Auseinandersetzung über dieses holistische Thema mit den Professoren zu führen. Wenn der Nachwuchs schon mit dem Wissen über nachhaltiges Design aus der Uni zu uns und in andere Unternehmen kommen, dann funktioniert Nachhaltigkeit irgendwann wie ein Schneeballsystem. Dann lässt sie sich nicht mehr aufhalten.»

Und dann ist es gut?

Bohlinger: «Besser, ja. Aber nicht abgeschlossen. Die Frage nach dem besten Weg zu mehr Nachhaltigkeit wird mich wohl mein Leben lang begleiten. Und irgendwann stehe ich an meinem Permakultur-Hochbeet und arbeite an der nächsten Entwicklungsstufe.»

Deklaration: Dieser Inhalt wurde von BMW im Rahmen der Partnerschaft mit Sustainable Switzerland selbst erstellt.

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