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Mit dem E-Lastwagen werden die frischen Waren vom Verteilzentrum Sévaz an die Lidl-Filialen ausgeliefert. Foto: Lidl Schweiz

Klima & Energie Partner Inhalt: Lidl Schweiz

Auf dem Weg zu einer fossilfreien Filialbelieferung

Lidl Schweiz möchte bis 2030 sämtliche Filialen komplett fossilfrei beliefern. Darum setzt der Detailhändler immer stärker auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Schon heute werden rund 60 Prozent aller Kilometer, die bei der Warenauslieferung an die Lidl- Filialen anfallen, dieselfrei zurückgelegt.

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Auf dem Weg zu einer fossilfreien Filialbelieferung

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Die Westschweizer Warenverteilzentrale von Lidl Schweiz hat in etwa dieselben Dimensionen wie der Dorfkern von Sévaz (Fribourg), der gleich auf der anderen Seite der Route Cantonale liegt. Hunderte Tonnen an Lebensmitteln werden hier, unweit des Neuenburgersees, Tag für Tag umgeschlagen. Von dem riesigen, langgestreckten Logistikgebäude aus beliefert der Detailhändler fast die Hälfte seiner mehr als 170 Schweiz-Filialen.

Es ist 19.30 Uhr, als Thomas Horvat die Arbeit aufnimmt und beginnt, seinen Lkw mit Obst und Gemüse, Fleisch und Milchprodukten zu beladen. Die frische Fracht ist für die beiden Lidl-Filialen in Brig und in Conthey bestimmt. Für die nächtliche Fahrt dorthin und retour wird Horvat nicht etwa ins Fahrerhaus eines branchenüblichen Dieselfahrzeugs steigen: Sein blitzblanker Lkw ist elektrogetrieben, eine Anfertigung des Winterthurer Spezialanbieters Designwerk Technologies.

Tanken mit Solarstrom

Besonders bemerkenswert: Der 680 PS starke E-Lkw stösst nicht nur keine Emissionen aus – auch der Strom, mit dem er «betankt» wird, stammt, entsprechend der Unternehmensstrategie, aus erneuerbarer Energie. Lidl Schweiz nutzt dazu eine eigene Schnellladestation am Logistikzentrum Sévaz. Und den Strom dafür liefert eine auf dem Dach des Gebäudes installierte Solaranlage, die mit 2,8 Millionen Kilowattstunden so viel Energie produziert, dass sich damit tausend Haushalte ein ganzes Jahr lang mit sauberem Strom versorgen liessen. Lidl Schweiz gehört mit diesen und zahlreichen anderen Nachhaltigkeitsaktivitäten zu den Vorreitern der Branche. E-Lastwagen sind für Daniel Stolz, Senior Manager Logistics bei Lidl Schweiz, nicht nur eine Alternative in der Fahrzeugflotte, sondern auch «eine Lösung, die Leistungsstärke, Ökologie und Wirtschaftlichkeit in der Verteillogistik kombiniert». Dazu muss man wissen: Über ein Drittel der gesamtbetrieblichen CO₂-Emissionen von Lidl Schweiz stammen aus dem Transportsektor. Entsprechend gross ist darum das Reduktionspotenzial.

Neue Mobilitätskonzepte

Das Unternehmen setzt dabei nicht nur auf Strom als Antriebstechnologie – die ersten E-Lkw wurden bereits vor fast einem Jahrzehnt in Betrieb genommen. In Kooperation mit seinen Schweizer Logistikpartnern, Forschungsinstitutionen und der Energiewirtschaft arbeitet Lidl Schweiz auch schon seit mehreren Jahren an der Entwicklung und Umsetzung von klima- und umweltverträglichen Mobilitätskonzepten. Dazu gehört – neben der Nutzung von Sonnenenergie – auch die Erschliessung weiterer erneuerbarer Ressourcen wie Biogas oder Biodiesel als Treibstoff, ebenso der Aufbau der erforderlichen Versorgungspfade und Tankstellen. Heute fährt Lidl Schweiz mehr als die Hälfte seiner Transportkilometer ohne Diesel.

Seit 2014 konnten, so die stolze Bilanz, die CO₂-Emissionen pro transportierte Versandeinheit um über 40 Prozent verringert werden. Der Detailhändler hat aber noch viel Grösseres vor: Das selbstgesteckte Ziel lautet, bis spätestens 2030 alle Filialen komplett fossilfrei zu beliefern, wie Daniel Stolz «Nachhaltigkeit braucht Vielfalt», lautet sein Credo. «Wir investieren daher viel in zukunftsweisende Technologien. Entscheidend ist für uns der Wechsel von fossilen auf erneuerbare Energien, das Antriebskonzept ist sekundär. Wir verfolgen einen technologieoffenen Ansatz und sind der Überzeugung, dass in Abhängigkeit des Fahrprofils das am besten geeignete Antriebskonzept zum Einsatz kommen soll – Hauptsache fossilfrei.»

In diesem Sinne sind bei Lidl Schweiz nicht nur E-Lkw im Einsatz, sondern auch Lastwagen, die mit LNG (Flüssigerdgas beziehungsweise verflüssigtem Methan) und LBG (Flüssigbiogas) betankt werden. Dafür stehen ebenfalls unternehmenseigene Tankstellen zur Verfügung, die laut Daniel Stolz bereits im Juni 2019 in Betrieb genommen wurden. Die LNG-Fahrzeuge werden von mehreren Logistikpartnern betrieben. Zusammen mit ihnen hat Lidl Schweiz den Grundstein für eine nachhaltigere Logistik gelegt. Heute werden bereits rund 20 Prozent LBG dem LNG beigemischt. Dieser Anteil soll stetig erhöht werden.

Besonders ins Gewicht fallen zudem die Vorteile einer Betankung mit LBG: Wie Studien eines interdisziplinären Forschungsteams zusammen mit Lidl Schweiz ergeben haben, reduziert die Verwendung des fossilfreien flüssigen Biogases, das aus Abfällen hergestellt wird, den CO₂-Ausstoss gegenüber Diesel-Lkw um 74 Prozent. Ein Grund mehr, weshalb Lidl Schweiz bestrebt ist, den Anteil von LBG stetig zu erhöhen. Einziger Haken an der Sache: Das Biogas muss bisher noch aus dem Ausland importiert werden – und ist nicht von der Mineralölsteuer befreit. Darum hat Lidl Schweiz nach eigenem Bekunden grosses Interesse daran, dass auch hierzulande eine LBG-Produktion aufgebaut wird.

«Der Einsatz von biogenen Treibstoffen spielt eine zentrale Rolle auf unserer Roadmap Fossilfreie Filialbelieferung 2030», erklärt Daniel Stolz. Für eine grüne Logistik von Lidl Schweiz würden auch zusätzliche finanzielle Mittel investiert. «Wir bauen nicht nur unsere E-Flotte weiter aus, sondern arbeiten mit Hochdruck daran, unsere LNGInfrastruktur auf erneuerbares LBG – Biomethan aus biogenen Abfällen – umzustellen, setzen in der regionalen Verteillogistik bereits mehrere Gas-Lkw mit 100 Prozent Schweizer Biogas ein und mischen Biodiesel aus Altspeiseöl in unserer konventionellen Diesel-Flotte bei.» Der Anteil des von einem Logistikpartner hinzugefügten Biodiesels liegt heute schon bei etwa 20 Prozent.

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Lidl Schweiz

Fossilfreie Transporte: Lidl Schweiz schliesst lokale Kreisläufe mit Abfall im Tank.

Synthetische Treibstoffe

Da biogene Treibstoffe aber laut Stolz alleine kaum ausreichen werden, um den gesamten Transportsektor zu revolutionieren, sieht Lidl Schweiz auch synthetische Treibstoffe als weiteren wichtigen Baustein seines nachhaltigen Transportkonzepts. Mit der Elektromobilität, dem Wasserstoffantrieb und dem Einsatz synthetischer Treibstoffe werden im Mobilitätsdemonstrator «move» der Empa in Dübendorf ZH derzeit drei technologische Pfade zur CO₂-Reduktion im Strassenverkehr untersucht. «Ein laufendes Projekt, welches wir als Anwendungspartner unterstützen, dreht sich um die Herstellung von synthetischem Methan aus Wasserstoff und Kohlendioxid – die sogenannte Methanisierung», berichtet Daniel Stolz. Das Kohlendioxid für dieses Verfahren werde mit einem CO₂-Kollektor des Schweizer Startups Climeworks direkt aus der Umgebungsluft entnommen – ein höchst innovativer Ansatz. Stolz: «Die mit erneuerbarer Energie künstlich produzierten Treibstoffe können über die herkömmlichen Wege transportiert und zum Beispiel über das gut ausgebaute Schweizer Gasnetz zur Verfügung gestellt werden.»

Ziel deutlich übertroffen

Dass Lidl Schweiz mit seinem ausgeprägten Engagement für mehr Klimaschutz viel Anerkennung findet, darf an dieser Stelle auch erwähnt werden: Als erstes Unternehmen in der Schweiz hat der Detailhändler in diesem Jahr bereits den dritten Stern der europaweiten Initiative Lean & Green erhalten. Für diese erneute Auszeichnung wäre eine CO₂-Reduktion von fünf Prozent innerhalb von zwei Jahren notwendig gewesen. Dieses Ziel konnte Lidl Schweiz mit einer Reduktion von 11,77 Prozent deutlich übertreffen. Und noch eine Zahl: Mit der Umsetzung seiner nachhaltigen Massnahmen hat das Unternehmen im Logistikund Transportbereich seit 2020 insgesamt 1774 Tonnen Treibhausgas eingespart.

«Die Auszeichnung mit dem dritten Stern bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Manager Daniel Stolz. «Sie spornt uns umso mehr an, weiterhin vollen Einsatz für eine umwelt- und klimataugliche Logistik zu geben.» Und Nicholas Pennanen, CEO von Lidl Schweiz, betont: «Wir sind überzeugt, dass die Wirtschaft ihren Beitrag zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens leisten muss und kann. Als Detailhändler übernehmen wir Verantwortung und setzen uns Tag für Tag für eine bessere Zukunft ein.»

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Daniel Stolz, Senior Manager Logistic bei Lidl Schweiz

Brücke in die Zukunft

Mit der Einführung von 20 Flüssiggas-Lkw und dem Ausbau einer ersten Infrastruktur leistet Lidl Pionierarbeit. Die Umstellung auf LNG (Flüssigerdgas) bringt gleich mehrere Vorteile gegenüber Dieselfahrzeugen:

  • minus 15 Prozent CO₂ (sogar minus 20 Prozent im Vergleich zu HPDI-Dieselmotoren)
  • minus 35 Prozent Stickoxide
  • minus 95 Prozent Feinstaub
  • minus 50 Prozent Lärmemissionen (gegenüber Otto-Motoren)
  • bis zu 1500 Kilometer Reichweite

 Die Vorteile von LBG:

  • fossilfreies flüssiges Biogas, hergestellt aus Abfällen
  • minus 74 Prozent CO₂-Ausstoss gegenüber Diesel («Well to Wheel»-Betrachtung, konservative Rechnung)

Deklaration: Dieser Inhalt wurde vom Sustainable Switzerland Editorial Team im Auftrag von Lidl Schweiz erstellt

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