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Kollektive Einkaufsmacht für die Klimawende

Kollektive Einkaufsmacht für die Klimawende. Foto: PD

Wirtschaft Partner Inhalt: Boston Consulting Group (BCG)

Kollektive Einkaufsmacht für die Klimawende

Die First Mover Coalition hat sich zum Ziel gesetzt, Schlüsseltechnologien für die Dekarbonisierung marktfähig zu machen.

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Stahl, produziert mit grünem Strom und Wasserstoff; Langstreckenflugzeuge und Containerschiffe, die mit synthetischen Kraftstoffen nahezu emissionsfrei angetrieben werden; Kraftwerke, die aus der Umgebungsluft Kohlendioxid filtern und daraus mit Wasserstoff und elektrischer Energie emissionsfreie Treibstoffe, sogenannte Power-to-Liquids, herstellen. Was auf den ersten Blick wie eine Science-Fiction-Vision anmutet, könnte bald die neue Normalität sein. Der Markt für Climate Tech – saubere Technologien und Verfahren zur Dekarbonisierung – entwickelt sich dynamisch. Viele Innovationen sind bereits über das Stadium der Erprobung hinaus gereift. Die Anbieter arbeiten jetzt daran, ihre Lösungen auch im industriellen Massstab nutzbar zu machen und daraus nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln.

27 Jahre oder eine Generation bleiben uns noch, um unsere Ökonomie neu zu konzipieren und umzugestalten – vom Verkehr über die wichtigsten Industrieprozesse bis hin zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid. Wenn wir die Netto-Null-Ziele des Pariser Klimaabkommens bis 2050 wirklich erreichen wollen, dürfen wir keine Zeit verlieren. Das bedeutet auch, dass wir die notwendigen Schlüsseltechnologien so schnell wie möglich einführen müssen.

Dekarbonisierung vorantreiben

Vor diesem Hintergrund hat sich die First Mover Coalition (FMC) gegründet. Erklärtes Ziel der Mitglieder: die Nachfrage nach kohlenstoffarmen Technologien aktiv fördern. Initiiert wurde die FMC im November 2021 vom Weltwirtschaftsforum, dem US-Aussenministerium sowie dem US-Sonderbeauftragten für das Klima, John Kerry. Mittlerweile sind 56 Unternehmen und 10 Regierungen Mitglieder der Organisation, dazu gehören unter anderem Apple, Amazon, Boston Consulting Group (BCG), der Schweizer Baustoffkonzern Holcim, der Lkw-Hersteller Scania und das Energieunternehmen Vattenfall.

Sie alle haben sich verpflichtet, ihre geballte Kaufkraft zu nutzen, um kohlenstofffreie Technologien zu fördern. Dabei konzentrieren sie sich auf die Industriesektoren, die derzeit 30 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen: Stahl, Aluminium, Chemie, Beton und Zement, Schiff-, Flug- und Lkw-Verkehr.

Die FMC-Mitglieder repräsentieren eine Marktkapitalisierung von 8,5 Billionen US-Dollar. Wenn diese global agierenden Unternehmen gezielt und in Mindestmengen emissionsfreie Produkte nachfragen – auch wenn die Preise dafür höher sind –, setzen sie damit ein deutliches Signal für die Zielbranchen. Anbieter, die jetzt in die Dekarbonisierung investieren, haben so mehr Planungssicherheit und können sich frühzeitig ihre Position auf einem wachsenden Markt mit hohen Renditeerwartungen etablieren. Dagegen steht die Alternative, auf einem schrumpfenden Markt zu konkurrieren.

Veränderung aktiv mitgestalten

Die Klimawende wird die Art, wie wir leben, grundsätzlich verändern. Auch die Wirtschaft wird in einer Netto-Null-Welt eine andere sein. Die Veränderungen sind tiefgreifend und gehen weit darüber hinaus, fossile Brennstoffe zu ersetzen. First Mover zu sein, bedeutet, diese Veränderung aktiv mitzugestalten. BCG geht davon aus, dass bis 2050 jedes Jahr zwischen 3 und 5 Billionen US-Dollar in die Dekarbonisierung der Wirtschaft investiert werden. Für Unternehmen, die sich hier frühzeitig positionieren, ist das eine enorme Wachstumschance. Sie profitieren zunehmend von Preisaufschlägen für nachhaltigere Produkte, von niedrigeren Kapitalkosten und besseren Bewertungen.

Die FMC folgt der Prämisse, dass nachhaltigere Beschaffung von Regierungen und Unternehmen sowie der Konsum privater Verbraucherinnen und Verbraucher entscheidend sein werden, um den Wandel in den Wertschöpfungsketten voranzutreiben und letztendlich unser aller Verpflichtung zu erfüllen, bis 2050 eine Netto-Null-Welt zu schaffen. Sie bietet Privatunternehmen eine Plattform, hier gut sichtbar einen entsprechenden Beitrag zu leisten.

Zu den Autoren

Hubertus Meinecke Managing Director & Senior Partner; Global Leader, Climate & Sustainability Practice Weitere Informationen auf LinkedIn

Patrick Herhold Managing Director and Partner in Munich and co-founder of the BCG Center for Climate & Sustainability Weitere Informationen auf LinkedIn

Cornelius Pieper Managing Director and Senior Partner at Boston Consulting Group, Global Leader Climate & Sustainability in Industrials Weitere Informationen auf LinkedIn

Deklaration: Dieser Inhalt wurde von BCG im Rahmen der Partnerschaft mit Sustainable Switzerland selbst erstellt.

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