Wie beeinflusst unsere Ernährung die Gesundheit von Blutstammzellen? Welche Nährstoffe stärken ihre Funktion? Blutstammzellen sind essenziell für die lebenslange Produktion von Blutzellen. Ihre Gesundheit und Funktionsfähigkeit sind entscheidend für die Aufrechterhaltung eines stabilen Blutsystems und den Schutz vor Krankheiten wie Leukämie. Dabei spielt die Balance zwischen einem schlafähnlichen, inaktiven Zustand – der die Blutstammzellen schützt – und ihrer Aktivierung eine zentrale Rolle. Neueste Forschungsergebnisse legen nahe, dass Ernährung einen bedeutenden Einfluss auf diese Regulation hat.
Einfluss von Nährstoffen
Das Labor von Prof. Nina Cabezas-Wallscheid hat gezeigt, dass Stoffwechselprodukte aus der Nahrung direkte Auswirkungen auf den Aktivierungszustand der Blutstammzellen haben. In umfassenden Untersuchungen wird analysiert, wie Ernährung auf molekularer Ebene die Stammzellfunktion beeinflusst. Durch eine Kombination aus Einzelzell-Analysen und modernster OMIC-Technologie – modernste Methoden, mit denen man alle Bestandteile wie Gene, Proteine oder Stoffwechselprodukte in Zellen gleichzeitig analysieren kann - wird erforscht, wie Metabolite das Gleichgewicht zwischen Stammzellerhalt und -aktivierung steuern. Langfristig könnten diese Erkenntnisse dazu beitragen, ernährungsbasierte Strategien zur Prävention und Therapie von Bluterkrankungen zu entwickeln.
Neue Therapieansätze
Basierend auf diesen Erkenntnissen hat das Team von Prof. Nina Cabezas-Wallscheid bereits spezifische Nährstoffe identifiziert, die eine entscheidende Rolle bei der Regulation von Blutstammzellen spielen. Insbesondere Metabolite – Substanzen, die als Zwischenstufen von Stoffwechselvorgängen des Organismus entstehen – tragen dazu bei, die Balance zwischen Stammzellerhalt und Differenzierung zu steuern. Retinsäure, eine bioaktive Form von Vitamin A, wurde als wichtiger Regulator identifiziert. Sie beeinflusst nicht nur die Aktivität der Gene in den Stammzellen, sondern spielt auch eine Schlüsselrolle in deren langfristiger Selbstregulation. Eine aktuelle Studie des Teams zeigt sogar, dass Metabolite gezielt zur Behandlung eingesetzt werden können. Herausgefunden wurde, dass der Vitamin-A-Metabolit den Ruhezustand von Stammzellen erhält und so eine übermässige Entzündungsreaktion nach Gewebeschäden wie einem Herzinfarkt verhindern kann. Diese Erkenntnisse könnten langfristig zur Entwicklung neuer Therapieansätze führen.
Basierend auf diesen Forschungsergebnissen wird davon ausgegangen, dass eine ausgewogene Zufuhr von Nährstoffen, speziell Vitamin A, den Ruhezustand dieser Zellen unterstützt und damit deren Regenerationsfähigkeit und Langlebigkeit verbessert.
Gibt es die «perfekte Diät»?
Neue Erkenntnisse zeigen, dass bestimmte Signalwege in unseren Zellen – sogenannte metabolische Signalwege, die durch Nährstoffe beeinflusst werden – eine zentrale Rolle für die Gesundheit von Blutstammzellen spielen. Die Forschung des Teams von Prof. Nina Cabezas-Wallscheid legt nahe, dass eine gezielte, ausgewogene Ernährung die Funktion dieser Stammzellen deutlich unterstützen kann. Auch wenn es keine «perfekte Diät» gibt, liefern diese Erkenntnisse wertvolle Hinweise darauf, wie Ernährung langfristig zur Vorbeugung von Bluterkrankungen beitragen kann.