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Eine Fahrradbox von Working Bicycle. Bild: zvg

Produktion & Konsum

Nachhaltige Werbung auf zwei Rädern

Das Startup Working Bicycle bietet mit ihren Fahrradboxen eine innovative und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Werbeträgern - und trifft damit den Nerv der Zeit.

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Sustainable Switzerland rollt derzeit auf Gepäckträgern von Radfahrenden über die Pflastersteine von Bern, Basel und Genf. Möglich macht dies die innovative Werbeidee von Working Bicycle. In 31 Städten ist das Schweizer Startup bereits unterwegs und bietet eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Werbeformen.

Working Bicycle ist weltweit das erste Unternehmen, das Velos als Werbeträger nutzt. Rund 3000 Werbeboxen sind schweizweit bereits im Umlauf – mehr als 18 500 Radfahrende in der App von Working Bicycle registriert. «Interessierte können auf unserer Plattform ein Profil erstellen. Durch GPS-Tracking werden dann die täglichen Fahrten verfolgt», erklärt Co-Gründer Jérôme Huber.

Ob Radfahrende eine Box erhalten, hängt von der Häufigkeit der Fahrten und dem Standort der Velos ab. «Aufgrund unseres Qualitätsanspruchs erhalten nicht alle Radfahrenden auch eine Box. Doch wir bieten auch App-Nutzenden ohne Box einen Anreiz zum Radfahren.» (siehe Infobox unten)

Neue Boxen mit längerer Lebensdauer

Die Werbeboxen bestehen aus Holz und werden von der Stiftung Brändi in Luzern aufbereitet. Im vergangenen Jahr lancierte Working Bicycle sein neuestes Modell. «Die Box bietet Kunden eine grössere Werbefläche. Radfahrende erhalten mehr Stauraum für kleinere Einkäufe. Zudem wurden ein Rücklicht sowie ein Schloss integriert», sagt Huber. «Bei der Entwicklung konnten mehr Ressourcen genutzt werden, wodurch die Box an Nachhaltigkeit gewonnen hat.» Unter anderem wurde die Handhabung der Werbefolien überarbeitet. Diese werden in der neuen Box nicht mehr geklebt, sondern «eingespannt». Dadurch können sie nach Gebrauch eingesammelt, rezykliert und mehrfach wiederverwendet werden.

Um die Box vor Umwelteinflüssen zu schützen, wurden an den Kanten rezyklierte Kunststoffteile angebracht. «Ein Produkt aus Holz ist nicht nachhaltig, wenn es jedes Jahr ersetzt werden muss», erläutert Huber. «Dank der Kunststoffteile konnte die Lebensdauer unserer Box deutlich erhöht werden.» Die Boxen werden jeweils von Working Bicycle montiert und pro Region in einem gesammelten Pooling ausgegeben. «Dank der Herstellung in der Zentralschweiz können wir alle Regionen auf minimalen Transportwegen erreichen.»

Um den Erfolg ihrer Werbekampagnen zu messen, nutzt Working Bicycle die Daten aus dem GPS-Tracking. «Dadurch wissen wir genau, wie lange und wo die Boxen mit der entsprechenden Werbung unterwegs waren», sagt Huber.

Innovative Lösung im Trend

Mit ihrer nachhaltigen Geschäftsidee hat Working Bicycle den Nerv der Zeit getroffen. Innert weniger Jahre wuchs das Startup aus Rheinfelden zu einem KMU mit mehr als 300 Kundinnen und Kunden. «Der Schweizer Aussenwerbemarkt wurde zuvor hauptsächlich mit traditionellen Formaten wie Plakaten oder Buswerbung bespielt. Daher haben viele Unternehmen auf ein innovatives Werbeprodukt gewartet», sagt Huber.

Im laufenden Jahr will Working Bicycle die Anzahl seiner Kundinnen und Kunden weiter ausbauen und das Team in Rheinfelden auf 25 Mitarbeitende aufstocken. «Mit dem langfristigen Trend zu autofreien Innenstädten ist unsere nachhaltige Werbeformen zukunftsorientiert.»

Anreize für Radfahrende

Working Bicycle möchte dazu beitragen, die Popularität des Velos in der breiten Schweizer Bevölkerung zu steigern. Dafür bietet das Unternehmen auch App-Nutzenden ohne Werbebox Vorteile. Im Rahmen eines Treuepunkteprogrammes sammeln Radfahrende für jeden gefahrenen Kilometer Punkte, die anschliessend für Gutscheine bei Partnern eingelöst werden können. «So konnten App-Nutzende mit den Treuepunkten kürzlich Tickets für Vorstellungen des Zirkus Knie erwerben», führt Jérôme Huber aus. Anhand einer Rangliste können sich Radfahrende der gleichen Stadt miteinander vergleichen und erhalten den Status Gold, Silber oder Bronze.

Daneben arbeitet Working Bicycle derzeit an einer weiteren Plattform zur Veloförderung: «Wir möchten Firmen ein System bieten, um ihre Mitarbeitenden ganzjährlich zum Fahrradfahren zu motivieren», erläutert Huber. «Mögliche Anreize wären zum Beispiel ein zusätzlicher Ferientag oder ein Öko-Bonus für häufiges Velofahren.» Die neue Plattform soll bis Ende Jahr lanciert und von Unternehmen zur Förderung der gesunden und nachhaltigen Mobilität mittels Fahrrads genutzt werden.

Deklaration: Dieser Inhalt wurde vom Sustainable Switzerland Editorial Team in Zusammenarbeit mit Working Bicycle erstellt.

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