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Je länger die Flügel, desto besser fürs Klima

Die Konzeptstudie zeigt Verkehrsflugzeuge mit den langen Flügeln des «Truss-Braced-Wing»-Design. Nasa und Boeing arbeiten gemeinsam an einem Flugzeug mit klimaschonender Technik. Bild: Boeing

Klima & Energie

Je länger die Flügel, desto besser fürs Klima

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa und Flugzeugbauer Boeing tüfteln an einem Passagierjet, der 30 Prozent weniger Treibstoff verbraucht und einen Drittel Emissionen einspart. In ein paar Jahren schon soll es abheben.

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Elegant sieht das klimaschonende Flugzeug der Zukunft aus, mehr feingliedriger Mauersegler als kompakte Möve. Vorgestellt wurde es letzte Woche, als Bill Nelson, Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa, die Kooperation mit dem US-Flugzeughersteller Boeing beim Projekt «Sustainable Flight Demonstrator» bekannt gab.

Erklärtes Ziel des milliardenschweren Projekts: die Entwicklung eines effizienteren und umweltschonenderen Flugzeugs. Rund ein Drittel weniger Emissionen und Treibstoff sollen beim Fliegen künftig in die Luft gepustet werden. Dafür stellt die US-Raumfahrtbehörde Boeing knapp 425 Millionen Dollar zur Verfügung. Boeing und seine Industriepartner investieren weitere 725 Millionen Dollar.

Mehr Platz für neuartige Antriebssysteme

Dünne Flügel mit 52 Metern Spannweite, die mithilfe von diagonalen Verstrebungen zum Flugzeugkörper hin stabilisiert werden, zeichnen das als «Transonic Truss-Braced Wing» bezeichnete Design von Boeing aus. Die Form erzeuge weniger Luftwiderstand, was bedeute, dass weniger Kraftstoff verbraucht wird, heisst es aus dem Unternehmen.

Die längeren Flügel könnten darüber hinaus fortschrittlichere Antriebssysteme aufnehmen. Der Mangel an Platz unter den Tragflächen heutiger Maschinen wie der Boeing 737 und der Boeing 737 Max stellte sich in dieser Hinsicht schon mehrfach als Problem dar.

Umsetzung scheiterte bis jetzt am Material

Zwar sind die Vorteile einer Erhöhung der Seitenverhältnisse bei Flugzeugflügeln seit Langem bekannt. Eine Umsetzung erforderte jedoch Fortschritte bei Materialien und Konstruktion. Jetzt sei dieser Entwicklungspunkt erreicht, heisst es bei der Nasa. Erste Testflüge des klimaschonenderen Prototyps mit nur einem Mittelgang sollen 2028 stattfinden. «Wenn wir erfolgreich sind, könnten wir diese Technologien in Flugzeugen sehen, die in den 2030er Jahren in die Luft gehen», betont Nasa-Chef Nelson.

Der «Climate Action Plan» von US-Präsident Joe Biden sieht vor, die CO2-Emissionen im Luftverkehr bis 2050 auf null zu reduzieren. Das Projekt könnte dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Denn kleinere und mittelgrosse Flugzeuge mit nur einem Mittelgang – auch Single-Aisle-Flugzeuge genannt – sind der Nasa zufolge für beinahe die Hälfte der weltweiten Luftverkehrsemissionen verantwortlich.

Null Emissionen mit Wasserstoff-Antrieb

Noch weiter geht der europäische Flugzeughersteller Airbus, der an einem «Zero-Emission-Flugzeug» mit Wasserstoff-Antrieb arbeitet. Als Testmodell dient der Flugzeugtyp A380, die mit 800 Plätzen grösste Passagiermaschine, die das europäische Unternehmen je gebaut hat. Die ersten kommerziellen Wasserstoff-Flugzeuge werden laut Airbus allerdings keine Grossraum-Jets sein. Die Brennstoffzelle könne allenfalls leistungsfähig genug konstruiert werden, um ein Flugzeug für hundert Passagiere und mit einer Reichweite zwischen 1'500 und 2'000 Kilometern anzutreiben.

2026 soll der Null-Emission-Prototyp von Airbus zum ersten Mal abheben. 2035 will das Unternehmen die ersten kommerziellen Wasserstoff-Flieger dann serienmässig ausliefern.

Dieser Beitrag ist Teil der Medienpartnerschaft mit blue News.

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