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Braucht nachhaltige Ernährung Verbote und Steuern?
Produktion & Konsum

Braucht nachhaltige Ernährung Verbote und Steuern?

CO₂-instensive Fleischproduktion und Transportwege, die den halben Globus umspannen: Zunehmend gerät die Ernährung in den Fokus der Nachhaltigkeit und der Klimafrage. Sollen direkt oder indirekt umweltbelastende Produkte stärker besteuert oder gar verboten werden, oder ist Selbstverantwortung letzten Endes der Weg zu einer ressourcenschonenden Ernährungswirtschaft? Wie würden Sie entscheiden? Hier die Argumente.

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Sustainable Switzerland Forum

Worin liegen die Chancen der Nachhaltigkeit? Für unsere Unternehmen, unsere Gesellschaft und unser zukünftiges Leben? Stellen Sie sich gemeinsam mit Vordenkerinnen und Vordenkern den wichtigsten Fragen unserer Zeit.

Gemeinsam finden wir Antworten, am Sustainable Switzerland Forum am 12. und 13. September 2023 im Kursaal Bern.

Jetzt mitdiskutieren!

Unser tägliches Brot gib uns heute….

...und lass einzig Selbstverantwortung zur Ernährungswende führen

Nichts geht über Wahlfreiheit und individuelle Verantwortung. Die Kundschaft sieht Verbote und Steuern als Eingriff in die persönliche (Wahl-)Freiheit. Gerade in Zeiten von Klimaskeptizismus führen Verbote und Steuern also in die falsche Richtung und feuern nur den Widerstand an. Labels sind weniger invasiv und sensibilisieren auf die Dauer wirksamer.

Die soziale Ungerechtigkeit wächst. Es ist ohne Frage ein Problem der heutigen Lebensmittelindustrie, nichtsdestotrotz: Günstige Lebensmittel sind oftmals von schlechter Qualität hinsichtlich Inhaltsstoffen und Produktion. Gerade einkommensschwache Bevölkerungsgruppen sind aber auf billige Ware angewiesen und wären damit gleich doppelt gestraft.

Die Umsetzung ist hochkomplex. Die Umsetzung und Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien bei Lebensmitteln ist schwierig, da erstens eine Koordination von Markt und Politik her muss und zweitens regionale und internationale Standards abgeglichen werden müssen. Was droht ist eine reine Bürokratisierung des Essens.

Die Marktdynamik leidet. Nicht nur ist die Umsetzung komplex, der Markt wird zudem verzerrt – mit unvorhersehbaren Folgen für die Wirtschaft, was sich wieder auf die Beschäftigung auswirkt. Letzten Endes zahlen die Endverbraucher für die Nachlässigkeit von Markt und Politik der letzten Jahrzehnte.

Und führe uns nicht in Versuchung…

...denn wer Schadhaftes konsumieren will, soll auch dafür bezahlen

Marktregulierung mit Signalwirkung. Verbote und Steuern haben nicht den Anspruch auf hundertprozentige Zustimmung – weder bei Tabak, Alkohol oder Dieselfahrzeugen war dies der Fall. Wirksam sind sie alle. Der Konsum von umweltbelastenden und ungesunden Lebensmitteln würde aber reduziert und gleichzeitig signalisiert, dass nachhaltige Alternativen politische Priorität haben. Letzten Endes sehen das auch die Konsumenten.

Externe Kosten werden berücksichtigt. Tatsächliche Kosten (für Mensch, Tier und Umwelt) von Produkten werden durch Verbote und Steuern berücksichtigt und abgefedert. Diese Kosten können anderweitig dafür eingesetzt werden, die Nachhaltigkeit zu fördern – beispielsweise durch Investitionen in umweltfreundliche Infrastruktur oder Energie.

Das Gesundheitssystem wird entlastet. Durch die Besteuerung ungesunder (und Förderung gesunder) Lebensmittel wird die Gesundheit der Allgemeinheit gefördert. Das kommt letzten Endes dem Gesundheitssystem zugute, und eine gesunde Gesellschaft zahlt weniger Krankenkassenprämien. Im günstigsten Fall.

Lenkungswirkung auf die Industrie. Der Markt muss mitziehen und sein Sortiment den neuen Bedingungen anpassen, was die Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie weiterhin ankurbelt. Inhaltsstoffe werden durch weniger schädliche Alternativen ersetzt sowie Produktions- und Lieferketten optimiert, um umweltfreundlichere Alternativen anzubieten.

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