1 881 000 000 Nachhaltige Investitionen
Das Gesamtvolumen nachhaltigkeitsbezogener Investitionen in der Schweiz ist im vergangenen Jahr auf 1881 Milliarden Franken gestiegen – ein Wachstum von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein klarer Aufwärtstrend nach dem moderaten Zuwachs im Jahr 2023. Dies geht aus der Schweizer Marktstudie «Nachhaltige Anlagen 2025» von Swiss Sustainable Finance (SSF) hervor. Die ermittelten Zahlen widerlegen nach Angaben des Verbands für die Schweiz den viel zitierten Gegenwind für Nachhaltigkeitsthemen. Sie seien «ein Zeichen dafür, dass sowohl private wie institutionelle Investoren die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in ihre Anlageentscheidungen als wichtig erachten, um damit ihre Risiken besser zu kontrollieren und einen Beitrag zur einer nachhaltigeren Wirtschaft zu leisten». Besonders stark entwickelten sich 2024 thematische Nachhaltigkeitsinvestments (+16 Prozent). Gemeint sind gezielte Investments in Unternehmen, die Lösungen für bestimmte Nachhaltigkeitsaspekte anbieten, wie zum Beispiel erneuerbare Energien, Wassermanagement, Kreislaufwirtschaft oder gesunde Ernährung. Ein noch grösseres Plus verzeichneten Anlagen mit Klimaausrichtung (+33 Prozent) und sogenannte Impact-Investments (+27 Prozent), die neben einer finanziellen Rendite eine nachweisbare und messbare positive soziale oder ökologische Wirkung erzielen sollen.
100 000 Umweltschädliche Mode
Die Schweiz gehört zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Kleiderkonsum weltweit. Jährlich fallen hierzulande etwa 100 000 Tonnen Altkleider an. Die Textilien landen zu einem grossen Teil im Abfall, werden verbrannt oder in Entwicklungsländer entsorgt. Probleme bereitet besonders die «Fast Fashion»: Trendige Kollektionen werden in Massenfertigung und minderer Qualität extrem schnell in Ländern mit niedrigen Lohnkosten produziert. Das führt zu einer Wegwerfkultur und erheblichen Umweltschäden. Initiativen wie der Schweizer Modefonds wollen die Industrie dazu verpflichten, Kosten für ökologische und soziale Schäden zu tragen und nachhaltige Mode zu fördern.
31,4 Erneuerbare Energien
Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in der Schweiz wird laut Global- Data von 11,4 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2024 auf 31,4 TWh im Jahr 2035 steigen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 9,7 Prozent im Zeitraum 2024–2035 entspricht. Erreicht wird dieses Plus durch den Betrieb von grossen Wasser- und Pumpspeicherkraftwerken, den Ausbau der Photovoltaik und politische Massnahmen, die darauf abzielen, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Weltweit waren 2024 bereits 92,5 Prozent der neu gebauten Kapazität zur Stromerzeugung erneuerbar. Spitzenreiter China hat im ersten Halbjahr 2025 doppelt so viel erneuerbare Energieversorgung zugebaut wie der gesamte Rest der Welt zusammen.
2182 % Cyberkriminalität
In den vergangenen Jahren hat sich Cyberkriminalität zu einem der grössten Risikofaktoren für Unternehmen, Behörden, aber auch Privatpersonen entwickelt. Der Blick auf die steigende Zahl der dokumentierten IT-Schwachstellen ist besonders besorgniserregend, wie es in einem aktuellen Statista-Report heisst. Parallel zur Zunahme der Sicherheitslücken seien die Schadenskosten förmlich explodiert. Während sich die Anzahl der IT-Schwachstellen zwischen 2019 und 2024 mehr als verdoppelt hätte, seien die durch Cyberangriffe verursachten Kosten im selben Zeitraum sogar um das Achtfache auf 8,46 Billionen Euro angestiegen (s. Grafik). Schätzungen zufolge werden die Schäden 2030 bei 16,43 Billionen Euro liegen.
Quelle: Cybersicherheit in Zahlen 2025/26, Statista Market Insights
2 600 000 Food Waste
Nach UNO-Angaben werden weltweit heute rund 32 Prozent der produzierten Lebensmittel nicht konsumiert – sie gehen entweder in der Lieferkette verloren oder werden im Einzelhandel, in der Gastronomie und in Haushalten weggeworfen. Besonders hoch ist der Anteil der Verluste in der Lieferkette in der Region Subsahara-Afrika, wo 23 Prozent der Lebensmittel bereits vor dem Verkauf verloren gehen. In Asien liegt dieser Wert bei 14 Prozent, in Lateinamerika bei 13 Prozent. In Europa sind es aufgrund effizienter Logistik und Infrastruktur nur 6 Prozent. Doch auch hier ist die Verschwendung enorm. Laut Bundesamt für Umwelt landen allein in der Schweiz jährlich etwa 2,6 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.
25% Volkskrankheit Stress
Stress bleibt eine zentrale Herausforderung – gerade auch für die Gesundheit: Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung (25 Prozent) fühlt sich relativ häufig oder sogar sehr häufig gestresst, besonders Frauen und jüngere Altersgruppen sind betroffen. Dies hat eine Studie der Sanitas-Krankenversicherung ergeben. Die Mehrheit (57 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen gibt zudem an, heute deutlich häufiger gestresst zu sein als noch vor fünf Jahren. Fast jede/r zweite Befragte (45 Prozent) bestätigt, dass sich Stress bei ihnen stark oder sehr stark auf die körperliche Gesundheit auswirkt.
1 400 000 000 Schrumpfen der Gletscher
Die Gletscher in der Schweiz sind in diesem Jahr weiter massiv geschmolzen. Durch den schneearmen Winter, kombiniert mit Hitzewellen im Juni und August, hat das Gletschervolumen um drei Prozent abgenommen. Das entspricht einem Verlust von 1,4 Milliarden Kubikmetern – der viertgrösste Schwund seit Beginn der Messungen im Jahr 1950. Über einen Zeitraum von zehn Jahren betrachtet, hat die Eismasse sogar um ein Viertel abgenommen, wie das Schweizerische Gletschermessnetz (Glamos) berichtet. Mehr als 1000 kleine Gletscher sind den Angaben zufolge bereits verschwunden. Vor allem Eisriesen unterhalb von 3000 Metern Höhe haben 2025 stark gelitten. So nahm die Eisdicke zum Beispiel am Claridenfirn (GL), dem Glacier de la Plaine Morte (BE) oder dem Silvrettagletscher (GR) im Durchschnitt um über zwei Meter ab. Den Experten zufolge tragen die stetig schwindenden Gletscher dazu bei, dass sich das Gebirge immer mehr destabilisiert. Dies könne vermehrt zu Ereignissen wie im Lötschental führen, wo im Mai dieses Jahres eine Lawine aus Fels und Eis das Dorf Blatten verschüttet hat.
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Das Eis schmilzt immer schneller: Gletschersee am Claridenfirn
60% Luftqualität
Die Luftqualität in der Schweiz hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Allein die Belastung durch besonders gesundheitsschädliche, ultrafeine Staubpartikel (Durchmesser bis 2,5 Mikrometer) ist seit 1998 um etwa 60 Prozent gesunken. Trotzdem werden in vielen Orten die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation für Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid nach wie vor überschritten. Die höchsten Feinstaubbelastungen treten in verkehrsreichen Regionen und Städten des Mittellands und den Südtälern des Tessins auf. Aktuelle Informationen liefert Meteotest im Auftrag des Bundesamts für Umwelt: meteotest.ch/wetter/luftbelastung
PD
Meteotest informiert mit aktuellen Karten über die Luftqualität in der Schweiz.
2060 Klima-Risikoanalyse
Der Klimawandel birgt immer mehr Risiken für Mensch und Natur. Das grösste Risiko bestehe in der zunehmenden Hitzebelastung für die menschliche Gesundheit, schreibt das Bundesamt für Umwelt in seinem Bericht «Klima- Risikoanalyse für die Schweiz». Angestiegen seien auch die Risiken durch Sommertrockenheit. Laut der Analyse wird bis 2060 in den Sommermonaten bis zu einem Viertel weniger Regen fallen, die Trockenperioden dürften generell länger dauern. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die Land- und Waldwirtschaft, aber auch auf die Ökosysteme. Es drohen vermehrt Naturgefahren und ein Verlust der Artenvielfalt.
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Bodensee bei Ermatingen im Sommer.
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