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Porträtbild von Albin Kälin
Porträtbild von Albin Kälin

Vom einstigen Aussenseiter zum Impulsgeber: Albin Kälin hat das Denken über Rohstoffe, Produkte und Abfall nachhaltig geprägt. Bild: pd

Sustainable Shapers Leadership & Transformation

Albert Kälin: Ein Innovator aus Leidenschaft

Sein zentrales Anliegen ist die grundlegende Transformation vom traditionellen, linearen Wirtschaftsmodell hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft. Mit seiner Praxiserfahrung und einem breiten Expertenwissen unterstützt Albert Kälin Unternehmen bei der Umsetzung zirkulärer Projekte und Prozesse.

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Albert Kälin: Ein Innovator aus Leidenschaft

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«Eigentlich bin ich Linkshänder. Als ich in die Schule kam, wurde ich gezwungen, mit rechts zu schreiben», berichtet Albin Kälin. «Ich habe damals gefragt, warum, aber keine Antwort bekommen. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, nichts zu akzeptieren, dessen Sinn ich nicht einsehe.» Die Dinge zu hinterfragen, nicht locker zu lassen und zugleich Neues zu denken – diese Eigenschaften haben Kälin zu einem Wegbereiter der Kreislaufwirtschaft gemacht. Sein Beispiel zeigt, dass Engagement, Durchhaltevermögen und Innovationsgeist die Welt ein Stück weit verändern können.

Galt er anfangs noch vielfach als Aussenseiter oder Rebell, wurde er mit der Zeit zu einem anerkannten Impulsgeber und Verfechter des sogenanntes Cradle-to-Cradle-Konzepts («Von der Wiege zur Wiege»). Dahinter steckt die Idee, dass Produkte und Materialien nicht länger als Abfall enden sollen, sondern – analog zur Natur – als werthaltige Ressourcen in technische oder biologische Kreisläufe zurückgeführt werden. Wieder und wieder.

«Die Transformation ist machbar – und jeder kann dazu beitragen.»

Albin Kälin

Es reicht hierfür nicht aus, betont Kälin, das Design eines Produkts entsprechend zu gestalten. Auch das Geschäftsmodell, die Rücknahmesysteme und Lieferketten müssten auf Zirkularität ausgerichtet sein. Kreislaufwirtschaft ist für ihn keineswegs nur eine ökologische Pflicht, sondern sie birgt nach seiner Erkenntnis auch enormes wirtschaftliches Potenzial: Wenn Materialien im Kreislauf gehalten werden, reduzieren sich der Rohstoffverbrauch und damit verbunden auch die Kostenrisiken.

Wie das in der Praxis funktionieren kann, hat Kälin auch selbst unter Beweis gestellt. Sein Karriereweg führte ihn über verschiedene Stationen: eine Textilfirma in der Westschweiz, ein Studium in London, eine Tätigkeit als Geschäftsführer eines Webereibetriebs in der Ostschweiz und an einem wissenschaftlichen Institut in Hamburg. Jede dieser Erfahrungen habe ihn geformt und ihm neue Perspektiven eröffnet, berichtet er. 2009 war dann der Moment gekommen, eine eigene Firma zu gründen: die epeaswitzerland gmbh, ein Beratungsunternehmen – für Cradle-to-Cradle-Design und Kreislaufwirtschaft. Sie bietet ihm die Möglichkeit, seine Vision von nachhaltigen Produkten weiter voranzutreiben und konkrete Projekte mit seiner Expertise zu begleiten.

Für seinen Einsatz für Kreislaufwirtschaft und Cradle-to-Cradle-Design wird Albin Kälin als Sustainable Shaper 2025 ausgezeichnet. Bild: NZZ

In einer Welt mit steigender Rohstoffknappheit, Lieferkettenstörungen und einem wachsenden Druck auf die Industrie, klimaneutral und ressourceneffizient zu wirtschaften, gewinnt Albin Kälins Konzept heute immer mehr an Bedeutung. Mit seiner Arbeit hat er dazu beigetragen, das abstrakte Konzept der Kreislaufwirtschaft greifbar zu machen – und erfolgreich umzusetzen. Seine Erfahrungen hat er inzwischen auch in einem Buch veröffentlicht, angereichert um zahlreiche Fallstudien und nützliche Tools. «From Rebel to Radical Innovator: Leading the Transformation through Circularity», lautet der Titel. «Ich möchte Unternehmern, Managern und Studierenden Werkzeuge an die Hand geben, wie sie Kreislaufwirtschaft konkret umsetzen können», sagt Kälin. «Die Transformation ist machbar – und jeder kann dazu beitragen.»

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