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Die Swiss Climate Challenge App ist sowohl im Apple App Store als auch im Google Play Store zu finden. Foto: Swisscom

Klima & Energie Partner Inhalt: Swisscom

«Klimafreundliches Verhalten ist mit wenig Aufwand möglich»

Swiss Climate Challenge: Klimaforscher Reto Knutti erklärt, warum und wie jede einzelne Person rasch etwas Gutes für die Umwelt machen kann – «man muss weder perfekt sein noch auf alles verzichten».

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«Klimafreundliches Verhalten ist mit wenig Aufwand möglich»

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Warum unterstützt ein Klimaforscher die diesjährige Public Challenge im Rahmen der Swiss Climate Challenge?

Reto Knutti: Im Bereich Klimaschutz tun wir klar zu wenig, weil wir ein bisschen faul sind, weil wir Gewohnheitstiere sind, die sich ungern ändern, oder weil uns die Alternativen fehlen. Die Public Challenge gibt uns eine Möglichkeit, diese Anreize zu setzen und den Leuten zu zeigen, wie klimafreundliches Verhalten mit wenig Aufwand möglich ist.

Wo fällt Ihnen ein klimafreundliches Mobilitätsverhalten besonders schwer?

Bei der Mobilität ist es noch ein bisschen komplizierter, wenn man zum Beispiel in den Bergen unterwegs ist oder Lasten transportieren muss. Aber in vielen Bereichen ist es ganz einfach, insbesondere im Pendlerverkehr. Und es hat ganz viele Vorteile, wenn man auf Langsamverkehr oder ÖV umsteigt.

Was können die Unternehmen tun, um Mitarbeitende für klimafreundliche Mobilität zu begeistern?

Die Unternehmen haben eine wichtige Rolle. Sie können den Leuten zum Beispiel ein vergünstigtes Bahn-Abo finanzieren oder batterie-elektrische Fahrzeuge kaufen. Oder sie können durch interne Prozesse und Anreize den Leuten aufzeigen, wie sie etwas ändern können.

Weshalb motivieren Sie zur aktiven Teilnahme an der Public Challenge?

Man muss, um für den Klimaschutz etwas zu tun, weder perfekt sein noch auf alles verzichten. Die Möglichkeiten sind da, man muss einfach anfangen. Es ist ein bisschen wie beim Sport. Der erste Schritt braucht einen Anreiz. Vielleicht braucht es auch andere, die mithelfen, die einen ermuntern, und dann merkt man, dass es eigentlich gar nicht so schwierig ist, wenn man mal angefangen hat.

Was kann jede einzelne Person machen, um klimafreundlicher unterwegs zu sein?

Die CO2-Emissionen in der Schweiz sind dominiert durch den Privatverkehr, durch das Fliegen und dann von Heizen, Industrielandwirtschaft, Dienstleistungen und Abfall. Aber man sieht sofort, dass man insbesondere bei der Mobilität und dann beim Heizen und bei der Ernährung ganz viel leisten könnte.

Welchen Nutzen ziehen Sie selbst aus einem klimafreundlichen Mobilitätsplan?

Ich bin persönlich ohne Auto unterwegs. Ich fahre Zug, weil ich gerne Zug fahre. Ich kann dabei arbeiten. Ich bin entspannt und muss mich nicht um das Fahren kümmern. Oder mit dem Velo bin ich auch gerne unterwegs. Das gibt zusätzlich ein bisschen Fitness und frische Luft – auch für das Gehirn. Es ist die beste Möglichkeit, abzuschalten und auf neue Ideen zu kommen.

Wie hat sich der CO₂-Ausstoss der Mobilität in den letzten Jahren entwickelt?

Die Mobilität sorgt für den grössten Teil des CO₂-Ausstosses in der Schweiz mit ungefähr 25% – dominiert durch den Privatverkehr und nicht den Warentransport oder die Firmen. Der CO₂-Ausstoss in der Mobilität im Strassenverkehr ist ungefähr konstant seit vielen Jahren. Obwohl die Motoren effizienter werden, fahren wir immer mehr Kilometer mit immer weniger Leuten im Auto und in immer grösseren Autos. Das heisst, der Fortschritt ist eigentlich sehr bescheiden.Allerdings ist dort die Möglichkeit da, etwas zu tun, denn die batterie-elektrischen Fahrzeuge werden immer besser, attraktiver und auch günstiger. Den zweiten grossen Teil der Mobilität bildet das Fliegen. Mit den indirekten Effekten der Kondensstreifen sind das auch etwa 20% der Treibhausgasemissionen der Schweiz.

«Klimaschutz ist nicht so schwierig und kann sogar Spass machen, mach auch du mit bei der Public Challenge.»

Medial beeinflusst, hat man den Eindruck, es ist sowieso zu spät – können wir mit dem Klimaschutz noch etwas bewirken?

Wir können den Klimawandel nicht von heute auf morgen rückgängig machen, aber mit unserem Verhalten haben wir die Möglichkeit, zu wählen zwischen 1,5 Grad Erwärmung oder 2 oder 3 oder 4… Und es ist klar: je wärmer, desto schlimmer. Die Auswirkungen sind substanziell. Wir könnten eine gefährliche Klimaveränderung vermeiden, wenn wir sofort rasch unsere CO₂-Emissionen senken.

Was ist der Unterschied zwischen einer Welt, die sich um 1,5 Grad erwärmt, und einer, die sich um 4 Grad erwärmt?

Es gibt beim Klimawandel nicht eine scharfe Grenze zwischen «alles wunderbar» und «alles katastrophal». Jedes Zehntel Grad zählt. Das heisst, wir müssen versuchen, möglichst tief zu kommen. Mit 1,5 oder deutlich unter 2 Grad könnte man die stärksten Auswirkungen – auch die Kipppunkte im Klimasystem – weitgehend vermeiden. Im Bereich von 3 bis 4 Grad sind wir in einer Welt, wo in vielen Regionen das Leben kaum mehr möglich ist.

Welche Bedeutung hat in diesem Kontext das individuelle Verhalten für den Klimaschutz überhaupt noch?

Die Lösungen zum Klimaschutz sind immer eine Kombination aus Technologie, politischen Rahmenbedingungen und individuellem Verhalten. Die Technologie ist extrem wichtig, denn ohne sie geht es nicht.Wir müssen alternative Energien finden. Mit Photovoltaik und Wind geht das schon ganz gut. Die Politik muss den Rahmen schaffen, dass alle ihren fairen Beitrag leisten und die richtigen Kostenanreize gesetzt werden. Das Individuum, die Einzelperson kann natürlich mit ihrem Verhalten ganz viel bewirken. Das Schöne ist: Die Lösungen werden immer attraktiver. Es wird immer einfacher, etwas zu tun.

Wo können wir in unserem individuellen Verhalten am meisten CO₂ einsparen?

Als Individuum ist es am einfachsten, im Bereich der Mobilität etwas zu tun. Also weniger Auto fahren oder batterie-elektrisch fahren, wenn es ein Auto sein muss.Weniger fliegen. Das Haus isolieren, wenn man eines hat. Eine Wärmepumpe installieren. Und dann vielleicht bei der Ernährung etwas tun. Dann haben wir wahrscheinlich schon die ersten 50% der CO₂-Emissionen eliminiert.

Und zu guter Letzt: ein Appell?

Klimaschutz ist keine Frage von Technologie oder Geld. Wir haben die Möglichkeiten, mehr als jedes andere Land, mit gut ausgebildeten Menschen, mit viel Geld, mit einer stabilen Demokratie. Es ist eine Frage des politisch-gesellschaftlichen Willens. Die Schweiz kann das stemmen.

<em>A746932</em>Reto<em>Knutti.png _Reto Knutti, Klimaforscher an der ETH Zürich.

Swiss Climate Challenge: App herunterladen und Beitrag leisten

Wer seinen persönlichen CO₂-Fussabdruck kennen will, kann zwischen 28. August und 8. Oktober an der Public Challenge teilnehmen – es winken attraktive Preise.

Gewusst? Die durchschnittlichen Mobilitätsemissionen hierzulande liegen bei satten 9,5 Kilo CO₂ pro Kopf und Tag! Entsprechend sind wir gefordert und sollten unseren Lebensstil klimafreundlicher gestalten, um unseren Planeten und damit unsere Lebensgrundlage langfristig zu schützen. Mit der Swiss Climate Challenge App kann hierzu ein Beitrag geleistet werden. Sie misst wie ein Schrittzähler automatisch das Mobilitätsverhalten, zeigt, mit welchem Verkehrsmittel wie viele Kilometer zurückgelegt und wie viel CO₂ verursacht wurde.

In sechs Wochen mehr als 1 Million Kilo CO₂ einsparen

Wer seinen persönlichen Fussabdruck kennen will, kann zwischen 28. August und 8. Oktober an der Public Challenge von Swisscom, Migros, die Mobiliar, die Schweizerische Post, SBB, VCS und Energie Schweiz teilnehmen und die Swiss Climate Challenge App nutzen. Dabei winken attraktive Preise und garantiert ein positiver Effekt aufs Klima. Das erklärte Ziel: Gemeinsam mindestens 1 Million Kilo CO₂ einzusparen und gleichzeitig unter den durchschnittlichen Mobilitätsemissionen von rund 9,5 Kilo CO₂ pro Kopf und Tag zu sein. Während den sechs Wochen stellen sich die Nutzerinnen und Nutzer verschiedenen Challenges im Bereich Mobilität. Die App unterscheidet zwischen Tages-, Wochen- und Monatsaufgaben. So fordert eine Challenge beispielsweise auf, in einer Woche mehr Kilometer zu Fuss, mit dem Velo, dem Zug oder Tram als mit dem Auto zurückzulegen. Durch die direkte Rückmeldung der App lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Einfluss ihres individuellen Verhaltens besser verstehen und sollen zu Änderungen motiviert werden.

Es lohnt sich doppelt, nachhaltig unterwegs zu sein

Neben dem Beitrag zum gemeinsamen Ziel und zur Reduktion der Emissionen profitieren Nutzerinnen und Nutzer von Anreizen.Während den Challenges werden Green Points gesammelt. Die Punkte berechtigen am Schluss zur Teilnahme an einer Verlosung von Preisen, die einen klimaschonenden Lebensstil begünstigen. Einfach die Swiss Climate Challenge App im Store für iOS oder Android herunterladen und los geht es – klimafreundlich unterwegs zu sein lohnt sich also doppelt.

Public Challenge 2023 - Jetzt mitmachen und das Klima entlasten

Die Public Challenge 2023 ist eine Initiative von Swisscom, Post, SBB, die Mobiliar, Migros, VCS, EnergieSchweiz und Sustainable Switzerland. Die Partner rufen gemeinsam die Bevölkerung zu einem klimaschonenden Mobilitätsverhalten auf. Das Ziel ist während sechs Wochen bis zum 8. Oktober 2023 die durchschnittlichen CO2-Emissionen aus der Mobilität, von heute rund 9,5 kg CO2 pro Tag und Person, zu reduzieren und 1 Mio. kg CO2 einzusparen.

Neben Ihrem Beitrag zur Erreichung des gemeinsamen Ziels und zur Reduktion der Emissionen können Sie im Rahmen der Challenges auch Green Points sammeln. Die Punkte berechtigen am Schluss zur Teilnahme an einer Verlosung von Preisen, die einen klimaschonenden Lebensstil begünstigen. Klimafreundlich unterwegs zu sein lohnt sich gleich doppelt.

Laden Sie hier die Swiss Climate Challenge App herunter

Deklaration: Dieser Inhalt wurde vom Sustainable Switzerland Editorial Team im Auftrag von Swisscom erstellt.

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