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Grazia Grassi spricht am Stakeholder-Event vom letzten März in der Westschweiz.
Grazia Grassi spricht am Stakeholder-Event vom letzten März in der Westschweiz.

Grazia Grassi, Head of Corporate Affairs Lidl Schweiz, spricht am Stakeholder-Event vom letzten März in der Westschweiz. Bild: Gian-Andrea Lüthi

Produktion & Konsum Partner Inhalt: Lidl Schweiz

Von Ozeanplastik bis zu Tête de Moine

Wie Detailhändler wie Lidl Schweiz dank des Dialogs mit verschiedenen Akteuren auf innovative Weise Nachhaltigkeit fördern und CO₂-Emissionen senken.

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Von Ozeanplastik bis zu Tête de Moine

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Die schlechte Nachricht zuerst: Der Agrar- und Lebensmittelsektor bleibt einer der Hauptverursacher von Umweltbelastungen. Dies, obwohl in den letzten 20 Jahren die Treibhausgasemissionen des Bereichs gesenkt werden konnten. Sylvain Jaccard ist Manager Public Affairs bei Lidl Schweiz. Mit dieser Bemerkung eröffnete er im März in Sévaz bei Fribourg den ersten von Lidl Schweiz veranstalteten Stakeholder-Dialog in der Westschweiz, an dem namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teilnahmen.

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand das Thema Nachhaltigkeit im Agrar- und Lebensmittelsektor. Das Zitat, das sich aus den neusten Zahlen des Bundesamts für Umwelt (Bafu) ableitet, ist aber damit noch nicht zu Ende: «Es besteht Verbesserungspotenzial», sagt Jaccard. Und genau dies sei der Grund, weshalb Lidl Schweiz Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Gebiete und Branchen aus der Westschweiz zum Austausch und Dialog eingeladen habe. Und genau dies ist wiederum auch Teil der guten Nachricht.

Denn als Mitglied der Schwarz-Gruppe, dem weltweit viertgrössten Detailhandelskonzern, der in 32 Ländern mit 12 000 Filialen und über 570 000 Mitarbeitenden tätig ist, trägt das nicht-börsenkotierte Unternehmen eine grosse ökologische und soziale Verantwortung. Und so stellt und beantwortet an diesem Nachmittag Lidl Schweiz die Frage: «Wo stehen wir im Bereich Nachhaltigkeit und Regionalität?»

Bei der unternehmerischen Verantwortung ­fokussiert sich Lidl Schweiz auf fünf strategische Fokusfelder: Klima schützen, Biodiversität achten, Ressourcen schonen, Fair handeln und Gesundheit fördern. Während Massnahmen wie der ­Klimaschutz und die Ressourcenschonung direkt auf die ökologische Bilanz einzahlen, runden soziale Aspekte und die Gesundheitsförderung das Bild einer verantwortungsvollen Unternehmensführung ab. Im aktuellen Austausch in der Westschweiz fokussierte sich Lidl Schweiz dabei auf vier zentrale Hebel, die sowohl die ökologische Nachhaltigkeit als auch die Zukunftsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft stärken: lokale Produkte, kurze Transportwege, Foodwaste-Vermeidung und die aktive Mitgliedschaft in der branchenübergreifenden Initiative AgroImpact.

Lokale Produzenten, kurze Transportwege, Foodwaste-Minimierung

Regionale Produkte zu bevorzugen, dämmt durch kurze Transportwege Emissionen ein, gerade auch für ein global tätiges Unternehmen. Ein Grund für Lidl Schweiz, auf hiesige Produzenten zu setzen: «Seit mehr als 17 Jahren sind wir hier in der Schweiz fest verankert und fördern die einheimische Produktion», sagt Grazia Grassi, Head of Corporate Affairs bei Lidl Schweiz. Der Beweis: Der Umsatz mit Schweizer Produkten in Lidls Gesamtsortiment beträgt über 50 Prozent, rund 400 Schweizer Lieferanten versorgen hierfür den Lebensmittelhändler mit ihren Erzeugnissen. 60 Produzenten seien bereits von Anfang an dabei und sorgen so dafür, dass sich Einkaufende an einer grossen Auswahl hochwertiger lokaler Produkte zu angemessenen Preisen bedienen können.

Hierzu trage auch die laufend erweiterte Marke «Qualité Suisse» bei. Schweizer Produkte sind so sofort erkennbar, heute zählt die Marke bereits mehr als 400 Produkte. Und es werden immer mehr: «Wir berücksichtigen nicht nur Grosslieferanten. Auch kleinere Produzenten erhalten mit dem Label ‹klein aber fein› die Möglichkeit, ihre Produkte in den Lidl-Filialen zu verkaufen», sagt Grassi am Event.

Intern sehr streng mit sich selber ist Lidl Schweiz bei der Optimierung des CO₂-Ausstosses der Transportwege: «Lidl Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 seine Filialen fossilfrei zu beliefern. Zudem besteht ein Flugverbot für den Transport von Frischeprodukten wie Früchte, Gemüse, Kräuter, Fleisch und Fisch», sagt Grassi.

Auch beim Thema Foodwaste ist Lidl Schweiz aktiv: «Mit dem Früchte-&-Gemüse-Rettersäckli und dem Bakery-Rettersäckli wirken wir gegen Lebensmittelverschwendung», sagt Grassi.

Die Rettersäckli beinhalten qualitativ einwandfreies Gemüse und Früchte, deren Aussehen nicht oder nicht mehr zu 100 Prozent den optischen Vorgaben entsprechen. Lidl verkauft diese Säckli für einen Einheitspreis von 5 Franken. Und in den Bakery-Säckchen finden sich mehrere süsse Backwaren und verschiedene Brötchen, die zu einem Preis von nur einem Franken verkauft werden. Lidl gibt zudem einwandfreie Lebensmittel, die am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden können, an gemeinnützige Organisationen ab. Übrig bleibende organische Materialien werden in Biogasanlagen zu Wärme und Strom.

Klimafinanzierung mit Mehrfachwirkung: AgroImpact

Ein Schwerpunktthema des Nachmittags führt in die landwirtschaftliche Produktion. Denn der Agrar- und Lebensmittelsektor ist nicht nur einer der grossen Treiber des Klimawandels, die Landwirtschaft ist zu grossem Masse auch von den klimatischen Veränderungen beeinflusst. Hitzetage nehmen zu, die Sommer werden trockener und Starkniederschläge intensiver. Lidl Schweiz unterstützt als Mitglied von AgroImpact Landwirte bei der Anpassung an die neuen klimatischen Bedingungen und beim Übergang zu einer nachhaltigeren Produktion.

Der Verein AgroImpact umfasst Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit dem Ziel, die klimafreundliche Transformation der Schweizer Landwirtschaft zu unterstützen.

Lidl Schweiz unterstützt diese Initiative im Rahmen einer gezielten Klimafinanzierung mit Mehrfachwirkung und bedient sich dafür eines cleveren Werkzeugs: «Vor drei Jahren haben wir für uns einen internen CO₂-Preis festgelegt», sagt Grassi. «Je höher der CO₂-Ausstoss im eigenen Betrieb ausfällt, desto mehr Mittel stellen wir gezielt für Klimaschutzprojekte wie AgroImpact bereit.»

Diese Massnahme schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie schafft einen direkten finanziellen Anreiz zur Emissionsreduktion und unterstützt sinnvolle Projekte in der eigenen Wertschöpfungskette.

Am Beispiel eines jurassischen Milchbauern zeigt sich exemplarisch, wie AgroImpact die Expertisen verschiedener Akteure aus Wissenschaft, Handel, Politik und Agronomie verbindet, um eine messbare CO₂-Reduktion zu erreichen. Ivanoé Koog, Agronom bei der Earthworm Foundation und Vertreter von AgroImpact, erklärt am Event: «In einem ersten Schritt erstellt der Milchbauer eine CO₂-Bilanz und einen Massnahmenplan zur Optimierung dieser Bilanz.»

Dieser Massnahmenplan beruhe auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, etwa darauf, wie sich Beweidung und Düngung auf die CO₂-Speicherung im Boden auswirken. Lidl wiederum verpflichtet sich bei der Einhaltung dieses Massnahmenplans gleich zu zwei Dingen: erstens, über sechs Jahre eine bestimmte Menge Milch einzukaufen, zweitens aber gleichzeitig finanzielle Beiträge zur Unterstützung der ökologischen Transformation zu liefern. Für jede Tonne CO₂, die durch Rohstoffe eingespart wird, nutzt Lidl Schweiz die Plattform AgroImpact, die den Landwirten direkt Klimaprämien auszahlt. «Sowohl die Emissionsreduktion als auch die CO₂-Speicherung im Zusammenhang mit der Milchproduktion werden somit genau erfasst und bescheinigt», erklärt Koog.

Das konkrete Ergebnis in Zahlen: Durch die Umsetzung der Massnahmen hat der jurassische Milchbauer in diesen sechs Jahren jährlich 15 Tonnen weniger CO₂-Emissionen verursacht und zusätzlich 11 Tonnen CO₂ im Boden gespeichert. Oder auf den Liter Milch umgerechnet: Nach sechs Jahren verursacht die Herstellung dieser Milch 15 Prozent weniger CO₂. Die Milch wird dann in der Käserei Fromages Spielhofer zum allseits beliebten Käse Tête de Moine verarbeitet, den Liebhaber der Schweizer Spezialität – und so schliesst sich der Kreis – wiederum im Lidl kaufen können.

Vom Mönchskopf aus über den Tellerrand geblickt

Am Beispiel Tête de Moine lassen sich weitere Massnahmen erzählen, die zeigen, wie eine branchenübergreifende Zusammenarbeit zu CO₂-Einsparungen, mehr Nachhaltigkeit und auch zu Innovation führen kann. Auch Samuel Villiger, Mitglied der Geschäftsleitung der Fromages Spielhofer, hat im März in Sévaz seine Präsentation mit einer nachdenklichen Note begonnen: «Industriell intensiv hergestellte Milch ist nicht gerade ökologisch», räumt er als Erstes ein. Um anzufügen: «Deshalb übernehmen wir als Betrieb nicht nur das AOP-Pflichtenheft, sondern unternehmen auch zusätzliche Anstrengungen, die Milch so nachhaltig wie möglich herzustellen und zu verarbeiten.»

Samuel Villiger von der Käserei Fromages Spielhofer spricht über innovative Massnahmen von Photovoltaik bis zu Ozeanplastik im Käsereibetrieb. Bild: Gian-Andrea Lüthi.

Neben den bekannten Massnahmen wie möglichst kurze Transportwege für die Milch und einer möglichst lokalen Distribution, die die Wertschöpfung in der Region hält, ist Villiger insbesondere auf eines stolz: «Bei der Produktion achten wir auf die Verwendung erneuerbarer Energie, wie der Bau der Gruyère-AOP-Käserei in Sonvillier im Berner Jura zeigt.» Hierfür bezieht der Betrieb zum einen zertifiziert CO₂-neutralen Strom und stellt auch mittels Solaranlagen den benötigten Strom selbst her. Stolz ist der Betrieb aber auch auf die Investitionen, die er zur Wärmerückgewinnung getätigt hat.

Regional herstellen und dabei innovativ über den Tellerrand hinaus global zu denken, ist für Villiger unabdingbar, um Nachhaltigkeit konsequent umzusetzen. Er erzählt dies wiederum am Beispiel Tête de Moine. Hierfür bedarf es zunächst einer kurzen Erklärung: Viele Schweizer haben eine sogenannte Girolle zu Hause, das Schabgerät, mit dem sich der Käselaib zu den beliebten gekräuselten Rosetten kurbeln und schaben lässt. Traditionellerweise besteht diese Girolle aus Holz mit einer Metallklinge. Metallverarbeitung ist emissionsintensiv und Holz ist schwer, was bei der Verschiffung eines international beliebten Produkts teuer ist. «Aus diesem Grund haben wir die preiswertere Fleurolle Mini entwickelt und 2025 mit Materialien des Cleantech-Unternehmens Tide neu lanciert. Das leichtere, mit dem Käse besser verschiffbare Gerät ist vollständig aus recyceltem Ozeanplastik gefertigt.»

Vom Tête de Moine bis zu Ozeanplastik, vom Feld bis zur Lidl-Filiale: Lidls Stakeholder-Dialogtag zeigt, wie branchenübergreifend neue Ansätze zur messbaren Förderung der Nachhaltigkeit iniitiert und gefunden werden. Es wird aber insbesondere deutlich, dass echte Nachhaltigkeit nur durch den Dialog und die aktive Zusammenarbeit von Akteuren aus verschiedenen Branchen erreicht werden kann.

Mit der Initiative «Gesagt, getan» fördert Lidl Nachhaltigkeit. Mit Projekten, Partnerschaften und praktischen Tipps für alle.

Deklaration: Dieser Inhalt wurde vom Sustainable Switzerland Editorial Team im Auftrag von Lidl Schweiz erstellt.

Dieser Artikel behandelt folgende SDGs

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung, vereinbart von den UN-Mitgliedsstaaten in der Agenda 2030. Sie decken Themen wie Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung, Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser, erneuerbare Energie, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Klimaschutz und den Schutz der Ozeane und der Biodiversität ab.

12 - Verantwortungvoller Konsum und Produktion

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