Was Kaffee mit der Energiewende zu tun hat
Das Verkehrshaus der Schweiz hat in Zusammenarbeit mit NZZ Sustainable Switzerland die interaktive Ausstellung «Experience Energy!» neu gedacht.
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Lädt zur Erkundung ein: die neue, interaktive «Experience Energy!»-Station im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. Bild: Verkehrshaus
Das Verkehrshaus der Schweiz hat in Zusammenarbeit mit NZZ Sustainable Switzerland die interaktive Ausstellung «Experience Energy!» neu gedacht.
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3 Min. • • Silvia Tschui
Gleich hinter einer von der Decke hängenden überdimensionierten Weltkugel, auf der sich globale Meeres- und Windströmungen kringeln, wieder auflösen und neu bilden, befindet sich im Verkehrshaus in Luzern eine neu konzipierte Ausstellung.
Hier stehen auf einem niedrigen, grossen Esstisch Gedecke, Tassen und Gläser, allesamt aus einem haptisch ansprechenden schwarzen Material. Nicht nur Kinder wollen es sofort anfassen und begutachten. Doch die Gedecke sind festgemacht. Wer Platz nimmt, merkt schnell, was es mit dem mysteriösen Geschirr auf sich hat – es soll Gross und Klein zur Interaktion einladen. Und bald wird klar: Auch hier geht es um Ströme, um Energieströme, um genau zu sein.
«Experience Energy!» heisst die erneuerte Ausstellung. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, den verborgenen Energieverbrauch in unserem Alltag sichtbar zu machen. Hierfür erzählen bereits die Möbel selbst eine Geschichte: Tisch und Stuhl wurden vom Bieler Unternehmen Enga aus rezyklierten Materialien gefertigt, lokal designt, mit 3D-Druck hergestellt und via kurze Transportwege geliefert. Was sonst als Abfall in Schweizer Haushalten endet, steht nun in Form von Designobjekten im Verkehrshaus.
«À table!» steht auf den in die Tische integrierten Touchscreens. Sie laden mittels des Quiz «Finde deinen Energie-Typ» und einigen Informationen dazu ein, sich über die Folgen des eigenen Verhaltens im Umgang mit Energie Gedanken zu machen.
Per Touchscreen navigieren Besucherinnen und Besucher durch gezielte Fragen: Was motiviert mich, Energie zu sparen? Was hält mich davon ab, nachhaltiger zu leben? Wer trägt die Verantwortung für die Energiewende?
Welcher Energie-Typ bist du?
Zum Schluss erfahren Interessierte, welchen Energie-Typ sie verkörpern, und erhalten zudem alltagstaugliche Tipps, wie sich der eigene Energiebedarf senken lässt. Diese reichen von kleinen Änderungen, etwa Kleidung und Möbel auch secondhand in Betracht zu ziehen, bis hin zu grösseren finanziellen Entscheidungen. Zum Beispiel, nachhaltig ausgerichtete Unternehmen verstärkt in den eigenen Anlagedepots zu berücksichtigen.
Ergänzt ist dieses interaktive Angebot mit einer Feedbackrunde: Unter «Sag uns Deine Meinung» erhebt das Verkehrshaus eine Umfrage, die in Kooperation mit NZZ Sustainable Switzerland als eine Art Pulsmesser auswertet, was die Bevölkerung unter anderem von energiepolitischen Balanceakten hält: Soll die Politik aktiver Regeln setzen und kontrollieren, sollen Unternehmen den Wandel vorantreiben oder können wir auf Forschung und Technologie vertrauen? Und wo beginnt und endet die Verantwortung des Einzelnen?
Jeder und jede kann zudem die eigenen Angaben mit denen der letzten 100 Besucher vergleichen – und erhält so ein interaktiv erzeugtes Feedback dazu, wo man selbst in Bezug auf andere Gäste mit seinen Meinungen steht.
Informationsfluss im Lesesessel
Während sich dieser Ausstellungsteil eher an ältere Kinder und Erwachsene richtet, finden sich für Kinder im Primarschulalter einfachere Informationen zwischen dem Geschirr auf dem Tisch. Auf Untersetzern, die sich aufheben und umdrehen lassen, erfahren sie Erstaunliches.
Unter anderem, dass die Produktion von nur einer Tasse Kaffee ungefähr 140 Liter Wasser verschlingt. Oder dass Wasser aus dem Hahn rund 300-mal weniger CO₂ benötigt als Wasser aus der PET-Flasche.
Eine Vertiefung zum Thema gibt es im beistehenden bequemen «Lesesessel» mit «Zeitungsstation», die ebenfalls einen Touchscreen beinhaltet. Hier hat NZZ Sustainable Switzerland Hintergrundthemen zur Energiebereitstellung und -nutzung mit Artikeln, Videoformaten und Grafiken aufbereitet. Dass zirka ein Viertel der global genutzten Energie für die Produktion, Verarbeitung und den Transport von Nahrungsmitteln benötigt wird, ist nur eine von vielen Tatsachen, die erläutert werden.
Ohne erhobenen Zeigefinger und komplett moralinfrei zur Reflexion einzuladen, ist das Ziel der Ausstellung. Vielleicht erinnert man sich am nächsten Morgen beim Kaffee an die verborgene Energie dahinter. Oder zögert beim wöchentlichen Mineralwassereinkauf. Denn wer versteht, wie Energie fliesst, trifft andere Entscheidungen.
Die interaktive, informative «Zeitungsstation» in der neu konzipierten Ausstellung «Experience Energy!» im Verkehrshaus der Schweiz. Bild: Verkehrshaus
«Experience Energy!» im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ist in Zusammenarbeit mit NZZ Sustainable Switzerland entstanden. Weitere Informationen: verkehrshaus.ch.
Deklaration: Dieser Inhalt wurde vom Sustainable Switzerland Editorial Team im Auftrag des Verkehrshaus erstellt.
Dieser Artikel behandelt folgende SDGs
Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung, vereinbart von den UN-Mitgliedsstaaten in der Agenda 2030. Sie decken Themen wie Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung, Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser, erneuerbare Energie, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Klimaschutz und den Schutz der Ozeane und der Biodiversität ab.
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